Leichlinger TV: Lars Hepps Team hat ein Siebenmeter-Problem

Schwache Quote : Der Leichlinger TV hat ein Siebenmeter-Problem

Die Drittliga-Handballer kämpfen um den Klassenerhalt. Am Freitag steht das Derby bei den Bergischen Panthern an.

Die Drittliga-Handballer des Leichlinger TV könnten weitaus besser dastehen. Zu häufig aber macht die Mannschaft von Trainer Lars Hepp zu wenig aus ihren vielversprechenden Auftritten. Das ist einer der Gründe, warum sich die Pirates in den vergangenen zwei Wochen als Abstiegskandidat auf das Derby bei den Bergischen Panthern am Freitag (20 Uhr) vorbereitet haben. Der Erfolgsdruck ist angesichts von nur einem Punkt Vorsprung auf Schlusslicht TSV GWD Minden II größer denn je.

Das geht nicht spurlos an dem Team vorbei. Das ist auch an der schwachen Siebenmeter-Ausbeute erkennbar. Gegen den Longericher SC (26:26) vergab der LTV zuletzt vier Versuche vom Strich, eine Woche zuvor bei der Pleite in Schalksmühle (26:27) waren es fünf Fehlwürfe. Dabei ist der Strafwurf seit Monaten ein fester Bestandteil von Hepps Training.

„Seitdem wir zusammen sind, trainieren wir Siebenmeter, weil ich im Sommer wusste, dass das unter Umständen ein Problem bei uns werden kann“, sagte der Coach nach dem Remis gegen die Kölner. Davon zu sehen ist bislang wenig. Die Leichlinger kommen nur auf die alarmierende Quote von 63 Prozent verwandelter Siebenmeter. Etwa jeder Dritte Versuch findet nicht den Weg ins Tor. „Das machen die Jungs ja nicht mit Absicht“, versicherte Hepp, „aber auch das gehört zu der Entwicklung der Mannschaft dazu.“

Der verlässlichste Schütze ist zudem verletzt. Sebastian Linnemanstöns war bis zu seinem im Oktober erlittenen Kreuzbandriss der etatmäßige Schütze des LTV, bei 30 Würfen landete der Ball 24 Mal im Tor. Auffallend ist, dass gerade auf Routiniers wie Valdas Novickis vom Strich kein Verlass ist. Der Litauer verwandelte bislang lediglich sieben von zwölf Versuchen. Damit hat er eine leicht bessere Quote als der junge Linksaußen Timo Blum. Er kommt nur auf 54 Prozent (13 Tore bei 24 Versuchen), bewies aber zuletzt immerhin mehr Sicherheit als noch zum Saisonbeginn. Kapitän Alexander Kübler trat überhaupt erst zwei Mal an – und verwarf jeweils.

„Normalerweise kann jeder von uns vom Siebenmeter-Strich den Ball ins Tor werfen“, hatte Kübler unlängst nach dem Schalksmühle-Spiel versichert. Aber die Drucksituation sei im Spiel eben eine andere: „Da summiert sich Vieles und dann verwirft man.“ Das umfangreiche Training kann daher keine Garantien, sondern lediglich mehr Sicherheit geben. Auch vor dem Duell mit den Panthern, bei denen mit Bastian Munkel und Henning Padeken zwei Ex-Leichlinger unter Vertrag stehen, dürften Siebenmeter wieder Teil des Übungsplans gewesen sein.