Leichlinger TV lässt sich vom Abstiegskonkurrenten überrumpeln

Heimpleite gegen Minden II : Leichlinger TV lässt sich vom Abstiegskonkurrenten düpieren

Der Handball-Drittligist unterliegt dem TSV GWD Minden II mit 24:28. Gerrit Kuhfuß gelingen in seinem ersten Spiel für den Drittletzten drei Tore.

Am Samstagabend war vieles wie so oft beim Leichlinger TV. Einige Spieler waren sichtlich geknickt, andere schafften lieber schnell eine Kiste Bier herbei, und am Ende stand Lars Hepp in Pressekonferenz und musste sich erklären. Mit 24:28 (9:14) verloren seine Drittliga-Handballer ihren Jahresauftakt gegen die zweite Mannschaft des TSV GWD Minden und sorgten im neuen Jahr gleich für schlechte Stimmung.

„Wir wollen das Glück erzwingen“ und „in wichtigen Duellen wie dem heutigen wollen wir als Sieger vom Platz gehen“, hatte Hepp vor der Partie im Hallenheft des LTV gefordert. Nun stand er mit gesenktem Kopf da, die Hände in den Hosentaschen und musste die elfte Niederlage der Saison begründen. Schon wieder ließen sich Mannschaft und Trainer gegenseitig im Stich – und das in dieser wichtigen Partie. Minden (13:23 Punkte) ist nicht nur zwei Punkte weggezogen, sondern hat nach dem Remis im Hinspiel auch den direkten Vergleich mit dem LTV (11:25) gewonnen. „Die Niederlage ist sehr, sehr bitter“, sagte Hepp.

Gegen die mit drei Bundesligaspielern verstärkten Mindener Reserve präsentierte sich die erfahrene Leichlinger Mannschaft weitgehend chancenlos. Zu fehlerhaft, unkonzentriert und unmotiviert waren die Versuche des LTV, zu überlegen agierten die Gäste um den starken Mindener Mats Korte. „Man hätte noch stundenlang weiterspielen können – die Führung hätten wir nicht erzielt“, sagte Hepp nach der Partie. Abseits von Pressekonferenz und Hallenheft äußern sich die Macher beim LTV derzeit lieber nicht.

Dann müssten sie wohl erklären, wieso sie sich trotz der Rückkehr des von seinem Syndesmosebandanrisses genesenen Alexander Senden und dem Blitz-Einsatz von Routinier Gerrit Kuhfuß gegen Minden so viele Fehler erlaubten. Mit dem 32 Jahre alten Kuhfuß gelang ihnen dabei ein echter Coup. Im Sommer beendete der Kreisläufer seine Karriere bei der HSG Krefeld, inzwischen hängt dort sogar sein Trikot ikonisch unter der Hallendecke. Nun brachte Hepp den neuen Mann gleich von Beginn an, aber erstmal auf dem Flügel. Kein Wunder, fehlte doch Rechtsaußen Fynn Natzke erkrankt und Fabian Graef gehört inzwischen nicht mehr zum Kader. Der 21-Jährige spielte sportlich ohnehin eine geringe Rolle. Nun gibt der LTV den ersten Spieler der mit vielen Nebengeräuschen eingeleiteten Verjüngungskur wieder ab.

Doch auch Kuhfuß, der bis auf Weiteres aushelfen soll, konnte die Niederlage nicht abwenden. Die Chancenverwertung blieb nach einem kurzen Aufbäumen zur Beginn der zweiten Hälfte mangelhaft, wenige Minuten vor Ende ergaben sich die Akteure weitgehend ihrem Schicksal. Dabei standen mit Valdas Novickis, Christoph Gelbke, Kris Zulauf, Maik Schneider und Kapitän Alexander Kübler zeitweise gleich fünf Ü30-Handballer auf dem Feld. Sportliche Ratlosigkeit trotz geballter Erfahrung.

Leichlingen liegt in der Tabelle nun auf Rang 14, der wohl zur Teilnahme an einer Relegation berechtigen würde. „Wir haben gerade etwas besprochen und ich erwarte von der Mannschaft, dass sie am Montag die Ärmelchen hochkrempeln und es nächste Woche besser machen“, sagte Hepp. In dieser wartet bei Schlusslicht SG Menden Sauerland-Wölfe am Wochenende das nächste Abstiegsduell. Bislang hat Hepp die Probleme seines von ihm zusammengestellten Teams und im Umfeld nicht abstellen können – das macht wenig Mut.

LTV Mathes, Ferne – Schneider (6), Zulauf, Senden (1), Sivananthan, Novickis (6/4), Kuhfuß (3), Kübler (4), Gelbke (2), Richartz, Blum, Jagieniak (2)