Leichlinger TV: Krise des LTV spitzt sich nach Derby-Pleite zu

Handballer im Abstiegskampf : Krise des LTV spitzt sich nach Derby-Pleite zu

Leichlingens Drittliga-Handballer verlieren mit 21:28 (11:14) bei den Bergischen Panthern. Trainer Lars Hepp übt sich in Zweckoptimismus.

Wenn selbst der eigene Trainer von einer „in der Höhe verdienten Niederlage“ spricht, muss einiges schiefgelaufen sein. Und genau so war es am Freitagabend bei den Drittliga-Handballern des Leichlinger TV, die allmählich dem Abgrund entgegensteuern. Nach der ebenso klaren wie verdienten 21:28 (11:14)-Pleite im Derby bei den Bergischen Panthern stürzte die Mannschaft von Trainer Lars Hepp auf einen Abstiegsplatz. Ein Spiel vor dem Hinrunden-Abschluss gegen den direkten Konkurrenten Ahlener SG schrillen in der Blütenstadt die Alarmglocken.

Der LTV zeigte in Wermelskirchen vor mehr als 600 Zuschauern eine couragierte, aber einmal mehr viel zu fehlerhafte Leistung. In der bitteren Realität ergibt das lediglich drei Siege aus 14 Spielen – es ist die Bilanz eines Absteigers, den der LTV von den sportlichen Voraussetzungen her eigentlich nicht verkörpert. Spielerisch ist Leichlingen mindestens auf Augenhöhe mit seinen Gegnern. Doch die Mannschaft steht sich selbst im Weg. Im Spiel bei den Panthern kam zudem das Pech hinzu – was nach dem Abpfiff eine greifbare Ernüchterung auslöste.

„Schönen guten Abend, Glückwunsch an Marcel und die Panther zum verdienten Sieg“, begann Hepp sein Statement auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Die Worte des A-Lizenzinhabers klangen resignierend, er musste schon häufig in der Saison diese Art von Niederlagen erklären.

Diesmal mischte sich zum Frust über die verlorenen zwei Punkte auch die Erkenntnis, dass zwei weitere Spieler länger auszufallen drohen: Rechtsaußen Fynn Natzke zog sich in der 23. Minute eine Knöchelverletzung mit Verdacht auf Bänderriss zu. Rückraumschütze Maurice Meurer war schon zuvor auf die Schulter gefallen und hatte deshalb ausgesetzt. Das LTV-Lazarett, dem bereits Sebastian Linnemanstöns, Alexander Senden und Vibulan Sivananthan angehören, wächst.

„Ich weiß nicht, wer am Montag in die Halle kommen kann“, sagte Hepp. Ein weiterer Knackpunkt waren neben krassen und eigentlich unerklärlichen individuellen Fehlern zwei Rote Karten gegen den LTV. Erst erwischte es Regisseur Valdas Novickis, der nach einem Kopftreffer des gegnerischen Torhüters einen diskutablen Feldverweis sah (36.). Dann Thorben Richartz, der einen Tempogegenstoß regelwidrig unterband (43.). Da half es nichts, dass der LTV eine ordentliche Deckung in Verbund mit dem einmal mehr starken Torhüter David Ferne aufbot.

Nun müssen Punkte her. Am Sonntag steigt zur ungewohnten Anwurfzeit um 17 Uhr im Ostermann-Forum das Abstiegsduell mit den punktgleichen Ahlenern (8:20 Punkte). „Das ist mit das wichtigste Spiel“, sagt Hepp, der die Hoffnung nicht aufgeben will: „Auf eine Sache ist bei meiner Mannschaft Verlass: Ich kann auf ihren Charakter zählen.“ Das Problem: Bisher reichte das nur selten für Punkte.