Leichlinger TV: Kapitän Kübler fordert Punkte von den Pirates

Leichlinger TV unter Zugzwang : Kapitän Kübler fordert Punkte von den Pirates

Der 30-jährige Spielführer der Leichlinger Handballer nimmt nach dem historisch schlechten Saisonstart das Team in die Pflicht. Am Samstag trifft der LTV ab 18 Uhr auf TuS Spenge.

Die Handballer des Leichlinger TV haben den schlechtesten Drittliga-Start der Vereinsgeschichte hingelegt – kein Wunder, dass Alexander Kübler seine Teamkollegen jetzt in die Pflicht nimmt. „Wir haben nicht performt“, sagt der Kapitän der Pirates zur jüngsten Niederlage gegen die SG Menden Sauerland Wölfe (22:25). „Das muss sich im kommenden Spiel ändern, sonst können wir die Punkte auch direkt überreichen.“

Der 30-Jährige fordert eine andere Leistung, wenn der TuS Spenge am Samstag (18 Uhr) im Ostermann-Forum gastiert. Die Leichlinger warten noch auf ihren ersten Saisonsieg. Das gab es für den LTV nach vier Spieltagen noch nie. In 13 Saisons in der Drittklassigkeit gelang immer mindestens ein Sieg bis zu diesem Zeitpunkt. Jetzt stehen vor dem 5. Spieltag lediglich ein Unentschieden sowie drei Niederlagen zu Buche.

Nach der jüngsten Heimpleite gegen Menden saß der Frust daher besonders tief. „Das Spiel haben wir selbst verloren. Da müssen wir nicht links oder rechts bei anderen die Probleme suchen“, sagt Kübler, der in den ersten beiden Saisonspielen wegen den Spätfolgen eines Muskelbündelrisses zum Zuschauen gezwungen war. Seit dem 3. Spieltag ist er wieder dabei und bildet gemeinsam mit Zugang Lars Jagieniak und Routinier Kris Zulauf das Kreisläufer-Trio des LTV.

„Handball verlernt man ja nicht“, sagt Kübler zu seiner langen Ausfallzeit seit Mitte März. „60 Minuten würde ich noch nicht schaffen. Es dauert sicher noch zwei bis drei Spiele, bis ich wieder die volle Power habe.“ Erst vor dem zweiten Saisonspiel gegen Wilhelmshaven konnte der Rechtshänder wieder mit der Mannschaft trainieren. Jetzt soll er ihr als Spielführer zum ersehnten ersten Erfolg verhelfen. „Das Kapitänsamt ist ein Vertrauensbeweis“, sagt Kübler, den noch Ex-Coach Frank Lorenzet aus Dormagen an die Wupper lotste. Nun zog der Potsdamer sogar nach Leichlingen und verlängerte seinen Vertrag vorzeitig um zwei Jahre. „Ich fühle mich hier wahnsinnig wohl“, sagt er auch mit Blick auf den Umbruch unter Trainer Lars Hepp. Die Hierarchie gebe das Alter vor. Der ehemalige Zweitligaspieler ist plötzlich einer der wenigen erfahrenen Akteure im Kader. „Wir haben einen erfahrenen Stamm. Darum können wir eine gute Mannschaft bauen“, sagt er.

Damit diese nicht frühzeitig den Anschluss verliert, müssen nun Punkte her. Vorjahresaufsteiger Spenge überzeugte nicht zuletzt am vergangenen Wochenende beim klaren Erfolg gegen die Mindner Bundesligareserve (38:26), gegen die der LTV seinen bisher einzigen Punkt holte. Von großem Wert wäre für Leichlingen, wenn die Rückraumspieler Maurice Meurer und Alexander Senden wieder mitmischen könnten. Die beiden Zugänge hatten gegen Menden auf halb-links gefehlt und wurden schmerzlich vermisst.

„Der Einsatz hat bislang immer gestimmt“, sagt Coach Hepp vor dem zweiten Heimspiel in Folge optimistisch. „Es wäre natürlich schön, wenn sich die Jungs endlich mit zwei Punkten belohnen können.“

Mehr von RP ONLINE