Leichlinger TV gewinnt Derby gegen SG Langenfeld

Viertes Spiel, vierter Sieg: Leichlinger TV wirbt um mehr Zuschauer

Der Handball-Drittligist möchte den Zuschauerschnitt im Ostermann-Forum durch verschiedene Aktionen verbessern. Sportlich gesehen läuft es ohnehin: Das Derby gegen Langenfeld gewann das Team von Trainer Lars Hepp 30:28.

Schön war es nicht, was die mehr als 500 Zuschauer am Freitagabend von den Handballern des Leichlinger TV zu sehen bekamen. Aber, das konnte auch der kritische Trainer Lars Hepp nicht bestreiten, es war ziemlich erfolgreich. Mit dem hart erkämpften und dennoch verdienten 30:28 (16:18) gegen Aufsteiger SG Langenfeld behaupteten die Blütenstädter ihren Platz an der Spitze der dritten Liga West. „Wir betteln eigentlich darum, unsere ersten Minuspunkte zu bekommen“, sagte Hepp und forderte wie schon nach dem Sieg im Topspiel in Longerich: „Wir dürfen uns von unserer Punkteausbeute nicht blenden lassen.“

Die Kritik des kurz vor Saison neu verpflichteten Trainers war in sportlicher Hinsicht berechtigt, aber für das Leichlinger Publikum war das nach dem vierten Sieg im vierten Spiel nebensächlich. Die Zuschauer erlebten nicht nur wegen des überraschend spannenden Derbys einen speziellen Abend. Auch das veränderte Rahmenprogramm am Spieltag im Ostermann-Forum trug dazu bei. Dieses hatte der Verein nach der offiziellen Vorstellung des neuen Managers Niklas Frielingsdorf kurzerhand neu aufgelegt.

„Wir wollten uns offener präsentieren und haben echt viel positives Feedback erhalten“, resümierte der Manager. Der 38-Jährige hatte gemeinsam mit Hepp unter anderem entschieden, die Pressekonferenz von der Halle in die Cremer Lounge, die vor dem Spiel nur Vip-Gästen vorbehalten ist, zu verlegen. Mit Erfolg: Der 85 Quadratmeter große Raum war sehr gut gefüllt, als Hepp und dessen Trainerkollege Markus Becker über das Spiel diskutierten. „Das stimmt uns zuversichtlich“, sagte Frielingsdorf.

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Mehr Nähe lautet das Ziel des Managers. Er hatte sich gemeinsam mit einem Sponsor außerdem ein Gewinnspiel ausgedacht, auf dem Hallenboden Bodenaufkleber angebracht, Gratisobst für die Zuschauer besorgt und den Teams seit langer Zeit wieder Einlaufkinder an die Hand gegeben. „Wir haben versucht, im ersten Schritt mit Kleinigkeiten und bisher ohne finanzielle Mittel das Heimspiel aufzuwerten“, sagte Frielingsdorf. Mit einfachen Handgriffen brachte er auch den Pirates-Auftritt in den sozialen Medien auf ein höheres Level. Was diese Maßnahmen langfristig bringen, wird die Saison zeigen. „Es wäre schön, wenn wir irgendwann im Schnitt auf 400 Zuschauer kommen könnten“, sagte er.

Sportlich gibt es wenig Gründe, den Heimspielen fernzubleiben – auch wenn das Spiel gegen Langenfeld „weit vom Optimum entfernt“ war, wie Torhüter Mathis Stecken feststellte. Er hatte mit zwei gehaltenen Siebenmetern in der Schlussphase maßgeblich dazu beigetragen, dass die Gastgeber ihren stetigen Rückstand nach der Pause in der Schlussviertelstunde noch drehten. „Mit der Leistung können wir trotzdem nicht zufrieden sein“, sagte er. Der Keeper war auf sich allein gestellt, nachdem bei Positionskollege David Ferne erneut Rückenprobleme aufgetreten waren. Auch Carsten Mundhenk stand aus privaten Gründen nicht zur Verfügung.

LTV Stecken – Schneider (5), Rachow, Munkel (5), Aust (1), Novickis, Padeken (1), Kübler (3), Schulz (6), Menzlaff (2), Kreckler (7/3).