Vor Duell mit Northeim : LTV entwickelt sich zum Spitzenteam

Leichlingens Drittliga-Handballer haben einen Lauf. Sowohl auf dem Feld als auch daneben erinnert kaum noch etwas an die chaotische Vorbereitung inklusive Trainerwechsel. Am Samstag empfangen die Pirates den Northeimer HC.

Es ist noch nicht lange her, dass Günther Steffens aus der Arbeit kaum herauskam. Nach der überraschenden Entlassung von Cheftrainer und Allzweckwaffe Frank Lorenzet beim Leichlinger TV übernahm der Gesellschafter-Sprecher der Pirates-Marketing GmbH bei den Drittliga-Handballern ungewohnte Aufgaben. Trainersuche, Karten abreißen, Spieltage organisieren – Steffens und seine verbliebenen Mitstreiter mussten hart ran. Eine schöne Erfahrung sei das trotzdem gewesen, sagt der 68-Jährige im Nachgang.

Die Arbeit lohnte sich. Elf Wochen nach dieser arbeitsintensiven Zeit blicken die Leichlinger zufrieden auf den LTV. Am Samstagabend (18 Uhr, Ostermann-Forum) könnte der LTV im Heimspiel gegen den Northeimer HC den neunten Sieg im zehnten Saisonspiel feiern. Die Partie bei den neu eingruppierten Südniedersachsen ist für die Sportler von der Wupper eine Pflichtaufgabe. Erst eine Woche später kommt es zu einem echten Kräftemessen mit dem Spitzenspiel am 4. November bei Mit-Tabellenführer HSG Krefeld. Noch im selben Monat folgt das nächste Aufeinandertreffen zweier Top-Teams bei der Partie des LTV gegen Schalksmühle (24. November).

Steffens dürfte mit der aktuellen Entwicklung in jedem Fall sehr zufrieden sein. Inzwischen ist er wieder in seine gewohnte Rolle hinter den Kulissen zurückgekehrt, beobachtet die Veränderungen aber genau.

Günther Steffens über ...

... die bisherige Saison der Pirates: „Die Leistung des Trainerteams, auch und speziell von Co-Trainer Björn Aust, ist hervorragend. In der Mannschaft gab es niemanden, der die neue Situation nicht angenommen hat. Jeder Spieler und auch die handelnden Personen im Gesellschafterkreis haben alles für den Erfolg investiert. Insofern sind die aktuellen Ergebnisse toll und im Nachgang hat der Weg bis zu diesem Zeitpunkt sogar Spaß gemacht.“

... die ersten Wochen von Trainer Lars Hepp: „Er hatte zu Beginn den schwierigsten Stand von uns allen, hat seine Aufgaben aber ganz souverän gelöst. Vor allem die Kommunikation mit ihm ist hervorragend, ich bin voll des Lobes. Es ist sein gutes Recht, dass er jetzt seine eigene Linie hereinbringt. Die vergangenen Spiele zeigen ganz klar die Handschrift von Lars Hepp.“

... die Aufbruchstimmung in der Blütenstadt: „Ich möchte unseren Manager Niklas Frielingsdorf hervorheben. Ich hätte nicht gedacht, dass unser Auftritt in den sozialen Medien eine solche Wirkung zeigt. Wir werden von allen Seiten angesprochen und auch in den Zuschauerzahlen spiegelt sich diese Entwicklung. Es wird verstärkt Interesse gezeigt, ein Ehrenamt zu übernehmen.“

... die langfristigen sportlichen Perspektiven mit Blick auf die zweite Handball-Bundesliga: „Die 2. Bundesliga ist für uns derzeit auf keinen Fall ein Thema. Wir werden mit Sicherheit noch weitere Sponsoren akquirieren können. Dennoch werden wir bei unseren Einnahmen keinen Riesensprung verbuchen können. Wenn kein großer Sponsor vom Himmel fällt, wird sich daran auch nichts ändern.“

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