Leichlinger TV: Derby-Niederlage für Team von Trainer Lars Hepp bei den Bergischen Panthern

Fünf Kreisliga-Spieler dabei : Dezimierter LTV verliert Derby bei den Panthern

Der Handball-Drittligist wehrt sich lange gegen die drohende Niederlage, muss sich am Ende aber 26:31 geschlagen geben.

Das wöchentliche „Kader-Basteln“ fiel Lars Hepp und Niklas Frielingsdorf dieses Mal besonders schwer. Vor dem Spiel bei den Bergischen Panthern war die personelle Lage des Leichlinger TV derart dramatisch, dass das sportliche Führungsduo des Handball-Drittligisten gleich fünf Spieler aus der Kreisliga-Mannschaft mit zum Derby nach Burscheid nahm. Die größte Überraschung aber war Thomas Küster: Der ehemalige Leichlinger, der seit einigen Jahren eigentlich nichts mehr mit dem aktiven Handball zu tun hat, war das sechste ungewohnte Gesicht auf Seiten der Gäste und gab sein unverhofftes Comeback im Pirates-Trikot.

„Es war ein Freundschaftsdienst für Lars“, betonte der 37-Jährige nach der unter dem Strich verdienten 26:31 (11:10)-Niederlage des früheren Westdeutschen Meisters. Gemeinsam mit LTV-Trainer Hepp ist der Rechtshänder sonst in der Tennis-Halle unterwegs. Als Hepp fragte, ob der LTV-Handballer im Spiel beim Lokalrivalen aushelfen könnte, sagte dieser zu. „Ich habe einmal mittrainiert”, berichtete Küster, „dafür hat es recht gut geklappt.”

In der Tat. Bis zur Pause ärgerten die Gäste die Panther, nahmen vor vor 330 Zuschauern durchaus überraschend eine Führung mit in die Kabine – auch dank zweier Treffer Küsters, der defensiv im Innenblock und offensiv im Rückraum aushalf. Zugleich machte sich seine fehlende Spielpraxis bemerkbar. Weil Küster in der Abwehr häufiger zu spät kam, kassierte er in der 42. Minute seine dritte Zeitstrafe und musste auf die Tribüne. In der Folge setzten sich die Panther immer weiter und schließlich entscheidend ab.

„Das war sehr ärgerlich. Ich hätte gern noch länger gespielt“, sagte Küster, dessen Spielerpass noch beim SV Neukirchen gelegen hatte. Erst 24 Stunden vor dem Anwurf erledigten die LTV-Verantwortlichen die Formalitäten für den Einsatz des Routiniers. Er hatte zuletzt bis 2011 unter Hepp gemeinsam mit LTV-Spielmacher Christoph Gelbke beim TuS Wermelskirchen zusammengespielt. Für den LTV stand er zuletzt 2008 regelmäßig auf der Platte.

Fest steht: Es soll bei seinem einmaligen Einsatz bleiben. „Da wird jetzt kein großartiges Comeback draus”, sagte Küster. Dabei wären Hepp und Manager Frielingsdorf wohl froh, auch in Zukunft auf die Dienste setzen zu können. Aus der zweiten Mannschaft wird es naturgemäß schwierig, die vielen Ausfälle zu kompensieren. Das zeigten die Einsätze der engagierten A-Jugendlichen Maximilian Orth (am gegnerischen Kreis) und Niclas Ludolph (Innenblock), die beide erstmals in der 3. Liga aufliefen.

„Wir pfeifen aus dem letzten Loch”, erkannte auch der einmal mehr überzeugende Torhüter David Ferne. „Ich weiß nicht, wer nächste Woche spielt. Ich weiß nicht, wie die Trainingswoche wird.” Für den Kopf sei die aktuelle Lage überhaupt problematisch. Der LTV zeigte bei den Panthern wie in den drei Spielen zuvor eine ordentliche Leistung, gewann dabei allerdings auch nur eine dieser Partien. „Wenn ich das Training sehe”, sagte Ferne, „geht der Spaß nicht verloren. Vielleicht ist es aber auch Galgenhumor.”

LTV Ferne, Stecken – Aust (2), Schneider (9), Kreckler(6/5), Orth, Gelbke (1), Lindner (1), Küster (2), Schulz (4), Sivanathan (1), Ludolph.

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