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Leichlinger TV: David Kreckler spricht über sein Aus

Ex-Kapitän ist enttäuscht : Kreckler spricht über sein Aus beim LTV

Der ehemalige Kapitän des Handball-Drittligisten Leichlinger TV prägte eine Ära in der Blütenstadt. Jetzt spielt er in der 5. Liga. Seinen Abschied hatte er sich nach den vielen Jahren im Verein anders vorgestellt.

Er ist nicht mehr dabei. In dieser Saison gehört David Kreckler nicht zum Kader des Handball-Drittligisten Leichlinger TV. Seit 2008 spielte der Rechtsaußen mit Ausnahme der Saison 2010/11, in der er für VfL Eintracht Hagen auflief, ausschließlich für die Blütenstädter. „Es war nicht mein Plan, nochmal woanders Handball zu spielen“, sagt der 36-Jährige. Nun steht er in dieser Spielzeit für den LTV Wuppertal auf dem Feld, zwei Klassen tiefer in der 5. Liga, als spielender Trainer. Dort mischt auch Ex-Trainer Frank Lorenzet in beratender Funktion mit. Mit ihm prägte Kreckler in Leichlingen eine Ära.

Denn beim LTV stieß der Linkshänder auf ein Umfeld, das zu ihm passte. Lorenzet setzte auf erfahrene Spieler, deren handballerische Qualität mindestens für die Drittliga-Spitze reichte. Rechtsaußen Kreckler war der Garant für Tore. Die Strategie ging auf. 2016 gewann Leichlingen die Meisterschaft in der Liga und träumte von einer Saison in der zweithöchsten Spielklasse. Doch die Klubfunktionäre sagten ab. Das finanzielle Risiko war zu groß. „Es hat mich gewurmt, dass es nicht geklappt hat“, sagt Kreckler.

Sein Ende in Leichlingen leitete ein Paukenschlag ein. „Wir kamen zum Training und Lori war nicht da. Die Gesellschafter baten uns dann zum Gespräch. Der LTV ohne Frank Lorenzet – das war für mich unvorstellbar“, sagt Kreckler. Denn mit dem Aus für den Trainer setzte ein Umdenken bei den Chefs ein. Lars Hepp wurde Trainer, nun sollten es junge Spieler richten.

„Viele der Spieler, die dann gehen mussten, wollten sich nicht alles gefallen lassen. Sie waren angeblich zu teuer oder brachten nicht die entsprechende Leistung. Für die neue sportliche Leitung stand früh fest, dass nach der Saison eine große Anzahl an Spielern nicht weiter in Leichlingen spielen würde“, verrät Kreckler. Neu-Coach Hepp stellt dazu fest: „David war der einzige Spieler, der kein Angebot für einen neuen Vertrag bekommen hat. Daher ist sein Unmut nachvollziehbar.“

Die zurückliegende Saison verlief wegen vieler Verletzungen holprig, zwischen alter Mannschaft und neuer Führung entstanden erste Risse. „Uns wurde vorgeworfen, in einer Wohlfühloase gespielt zu haben. Dabei haben wir immer Top-Leistungen gebracht“, betont Kreckler. Sinnbild der Distanz der neuen Macher zur Vergangenheit: „Es wurden Strafen in den Katalog aufgenommen, die mit Lori zu tun hatten“, sagt Kreckler. Heißt: Zehn Euro in die Mannschaftskasse für das bloße Erwähnen Frank Lorenzets. „Da waren viele Spieler verwundert. Wir wollten uns nicht den Mund verbieten lassen. Ich bin nicht in Ungnade gegangen, hätte mir aber eine schönere Verabschiedung gewünscht“, betont der Ex-Kapitän.

Hepp hingegen unterstreicht, in der 3. Liga sei es inzwischen „unerlässlich, mehr als drei Trainingseinheiten pro Woche zu absolvieren.“ Ihm sei früh klar gewesen, dass viele Spieler diesen Weg nicht mitgehen würden. Die Zehn-Euro-Strafe habe es gegeben. Hepp sei dabei vor allem wichtig gewesen, den Blick in die Zukunft zu richten. „Ich habe mit Frank keine Probleme. Für die Zukunft wünsche ich ihm nur das Beste“, sagt er.

Dabei war ursprünglich geplant, Kreckler zum Lorenzet-Nachfolger aufzubauen. „Ich sollte noch zwei Jahre spielen, aber parallel meine B-Lizenz als Trainer machen und als Co-Trainer einsteigen.“ Daraus ist nichts geworden. „Davon wollten die Gesellschafter plötzlich nichts mehr wissen“, sagt Kreckler. Pirates-Gesellschafter Günther Steffens sagt dazu, sein ehemaliger Spieler habe den Schein machen können, hätte dann aber in einer Jugendmannschaft anfangen sollen. Im Gewirr zwischen altem und neuen LTV-Personal ist schwer nachzuvollziehen, wo die Wahrheit liegt. In Wuppertal trifft Kreckler nun unter anderem auf Mathis Stecken, der ebenfalls in diesem Sommer von LTV zu LTV wechselte.

Dort müssen beide einen Gang zurückschalten. „Es ist nicht mehr so semiprofessionell wie beim LTV. Da muss man Abstriche machen“, sagt Kreckler und fügt hinzu: „Es macht Spaß. Unser Ziel ist der Aufstieg.“ Noch benötigt er keine Trainer-Lizenz, aber das kann ja noch kommen. Ob er jemals zum LTV zurückkehrt? „Viele Vereine haben irgendwann gar nicht mehr angerufen, weil sie dachten: Der wechselt eh nicht“, erzählt Kreckler. Es kam anders. Dennoch betont er: „Sag niemals nie.“