Leichlinger TV: David Hansen ist ein Kandidat für den LTV

Handball: Dritte Liga : David Hansen ist ein Kandidat für den LTV

Der ehemalige Leichlinger Handballer wurde beim Zweitliga-Aufsteiger aus Krefeld vor die Tür gesetzt. Ein Wechsel zurück zum LTV würde für beide Seiten Sinn ergeben. Am Freitag steht für die „Pirates“ das Duell gegen Longerich an.

Kommt er? Und falls ja: Wann? Der nächste Gegner Longericher SC erwartet beim Handball-Drittligisten Leichlinger TV in seinem offiziellen Vorbericht jedenfalls schon einen „Neuzugang aus der zweiten Liga“, der „eventuell schon gegen Longerich mitwirken“ könne. David Hansen ist ohne Zweifel ein Name, vor dem sich die Konkurrenz gewaltig fürchtet. Sein Mitwirken, wenn am Freitag (20 Uhr, Ostermann-Forum) das Derby zwischen Leichlingern und Kölnern angepfiffen wird, hätte jedenfalls gleich mehrfachen Symbolcharakter. Im 28 Jahre alten Rückraumspieler hätte der LTV einen neuen Mann mit Klasseniveau in seinen Reihen und würde nominell endgültig zu stark für den Abstiegskampf in der dritthöchsten Spielklasse sein. Allerdings wäre Hansen auch eine Abkehr von der bisherigen Philosophie.

Aus einer kurzfristigen Rückkehr des Rechtshänders gegen Longerich wird zumindest nichts. „Ich weiß, dass David Hansen am Freitag nicht für uns spielen wird“, sagt LTV-Manager Thomas Bäckmann und nimmt den Spekulationen vor dem Lokalduell die Luft aus den Segeln. Das heißt aber nicht, dass Hansen nicht zu einem späteren Zeitpunkt an die Wupper zurückkehren könnte. Der Verein hat logischerweise bei ihm vorgefühlt, allerdings sind auch andere Klubs eine Option. Die Bergischen Panther, bei denen Trainer Marcel Mutz kurzfristig „nicht mit einem neuen Spieler“ plant, scheinen dazu nicht zu gehören.

Die Qualitäten des ehemaligen Juniorennationalspielers sind unbestritten. Hansen ist ein Turm in der Abwehr und ein Garant für Tore. Der Rechtshänder wirft gern mit Wucht über die gegnerische Deckung hinweg ein. Merkmale, die Hansen zwischen 2015 und 2018 drei Jahre lang bereits in Leichlingen vorwies, wo er dem Team als unumstrittener Stammspieler 2016 unter anderem zur Drittliga-Meisterschaft verhalf. Anschließend folgte der Wechsel zur HSG Krefeld, mit der er in die zweite Liga aufstieg – und vor wenigen Wochen wieder vor die Tür gesetzt wurde. „Ausbleibender Erfolg“ lautete die offizielle Begründung. Jetzt ist er frei – für den Leichlinger TV?

Eine Rückkehr würde sportlich jedenfalls für beide Seiten Sinn ergeben. Hansen braucht einen Klub und kennt Leichlingen, das kurz vor dem Ende der Hinrunde als Tabellendreizehnter ums sportliche Überleben kämpft. Angesichts von zwei langfristigen Ausfällen kann der LTV einen Mann mit der Qualität Hansens gebrauchen. Erst drei Siege hat die Mannschaft vorzuweisen, die häufig ordentlich spielt, aber viel zu selten etwas Zählbares mitnimmt.

Die Umstrukturierung unter dem neuen Trainer Lars Hepp inklusive Verjüngung und laut propagiertem Sparkurs hat Hansen jedoch nicht miterlebt. Aus der Mannschaft, in der Hansen noch 2018 spielte, ist nur noch der gerade genesene Regisseur Valdas Novickis übrig. Doch die Gesellschafter sind die gleichen wie damals.

Allerdings haben die Stärken des gebürtigen Düsseldorfers ihren Preis und der LTV spricht eigentlich seit Monaten von Einsparungen. Ganz jung ist er auch nicht mehr – dabei gehört die Arbeit mit regionalen Talenten zu Hepps Philosophie. Mit Hansen würde Leichlingen gleich gegen zwei Grundsätze der neuen Ausrichtung verstoßen.

Der sportliche Erfolg wäre es allemal wert.