Leichlinger TV: Bei den Pirates brodelt es hinter den Kulissen

Streit um Absprachen : Beim LTV brodelt es hinter den Kulissen

Unstimmigkeiten zwischen den Spielern des Handball-Drittligisten und den Gesellschaftern der für die „Pirates“ zuständigen Pima GmbH verschärfen die sportlich ohnehin brisante Lage. Der Hauptverein will sich zurückziehen.

Die Probleme des Handball-Drittligisten Leichlinger TV nehmen kein Ende. Am vergangenen Wochenende rutschte die Mannschaft von Trainer Lars Hepp nach der 27:39-Pleite beim VfL Gummersbach II auf den achten Platz ab, aber auch abseits des Sports brodelt es. So krachte es zuletzt zwischen der Mannschaft und den Gesellschaftern der Pirates Marketing GmbH (Pima), die hinter dem LTV steht. Zwischenzeitlich sollen die Sportler sogar mit dem Boykott des Spielbetriebs gedroht haben. Zudem gab nun auch noch der Hauptverein seinen geplanten Rückzug als Kommanditist der Pima GmbH bekannt.

Mit den Aktiven kochte der Streit bereits vor einigen Wochen auf. Zwischen den LTV-Verantwortlichen und den Spielern gab es unterschiedliche Auffassungen über Vertragsinhalte wie beispielsweise der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Der überwiegende Teil des Kaders handelte seine Arbeitspapiere noch mit dem ehemaligen Trainer-Manager Frank Lorenzet aus, von dem sich der Verein aber kurz vor Saisonbeginn unerwartet getrennt hatte. Nachdem sich Lorenzet und der Verein außergerichtlich einigten, gab es zwar eine Übergabe der Geschäfte. Darüber, wie umfangreich diese ausfiel, existieren aber unterschiedliche Auffassungen.

Die Spieler pochten jedenfalls darauf, dass damals gemachte Zusagen auch weiterhin eingehalten werden. Die beiden federführenden Gesellschafter Günther Steffens und Gerd Cremer fühlen sich wiederum überrumpelt und wollen von den teilweise mündlichen Absprachen nichts gewusst haben. Zudem gab es offenbar unterschiedliche Ansichten zwischen den beiden Gesellschaftern darüber, wie mit den Forderungen seitens der Spieler umgegangen werden solle. „Die Pima ist nicht einen Cent schuldig geblieben“, stellt Steffens nun klar. Seitens der Gesellschafter sei eine „großzügige Regelung“ getroffen worden. Er betont: „Was bis jetzt an Forderungen auf dem Tisch liegt, ist erfüllt.“

Dafür ist wohl vor allem Cremer verantwortlich, der die Zahlung der strittigen Gelder nach einer Krisensitzung in der Cremer-Lounge veranlasste. Dass die Moral der ohnehin angeschlagenen Mannschaft durch die Querelen nicht gerade gewachsen ist, steht außer Frage. Zumal diverse Nachverpflichtungen – der personell angeschlagene LTV holte seit Saisonbeginn sechs Spieler – den Eindruck erweckten, für neue Spieler sei Geld da, für bereits aktive aber nicht.

Zeitgleich dazu entschied sich auch der Breitensportverein, vertreten durch dessen Vorsitzenden Martin Hasenjäger, als Gesellschafter auszusteigen. Parallel zu Lorenzet zog sich im vergangenen Herbst schon Stefan Fornahl beim LTV zurück. Fornahl beendete auch sein Engagement als Sponsor und ließ sogar den Schriftzug seiner Firma auf den Trikots der Handballer überkleben. Der Breitensportverein wäre damit in dieser Saison der dritte Gesellschafter, der das Konstrukt verlässt.

Übrig bleibt neben Steffens und Cremer noch Martin Pauli, der sich aus den Vorgängen aber wie schon der Breitensportverein weitgehend heraushält. Hasenjäger betont, die Zusammenarbeit mit der Pima laufe auch weiterhin „sehr gut und konstruktiv“. Der Kreis der Gesellschafter solle verschlankt werden, der Ausstieg sei einvernehmlich und betreffe den Hauptverein nicht. Der Spielbetrieb der Drittliga-Mannschaft könnte daher unter dem Dach des Leichlinger TV weitergehen.

Steffens legt hingegen Wert darauf, dass „noch überhaupt nichts spruchreif“ sei. Die Gesellschafterstruktur solle verjüngt werden, die drei verbleibenden Herren seien schließlich alle älter als 70 Jahre.

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