Handball : Leichlingen vergibt Sieg gegen Duisburg

Die Drittliga-Handballer lassen zu viele Chancen ungenutzt. In den entscheidenden Phasen fehlt es dem Team an Kaltschnäuzigkeit.

So recht konnte Frank Lorenzet es nicht glauben, dass am Ende ein 30:30 auf der Anzeigetafel der Max-Siebold-Halle in Hilgen stand. Sein Team hatte mit dem letzten Angriff die Möglichkeit, die Gäste aus Duisburg zu schlagen und Selbstvertrauen zu tanken. Doch Valdas Novickis spielte Carsten Lange ungenau an, und der foulte seinen Gegenspieler in der Vorwärtsbewegung. Die Schlusssirene verhinderte die "totale Katastrophe", wie Lorenzet es nannte.

Der Gegner aus Duisburg kam nicht mehr dazu, einen Angriff zu starten und die Leichlinger um ihren verdienten Punkt zu bringen. Dass es nicht zu mehr reichte, machte Trainer Lorenzet vor allen an zwei Problemen fest, die die Leichlinger schon die ganze Saison nicht in ihrem Spiel verhindern können: Chancenverwertung und die nötige Kaltschnäuzigkeit in den entscheidenden Phasen.

"Wir waren 50 Minuten lang das bessere Team", sagt Lorenzet, "aber wenn es drauf ankommt, werfen wir die Dinger wieder weg." Zur Unzufriedenheit des Trainers führte an diesem Spieltag vor allem die Trefferquote von der Siebenmeterlinie. Zweimal scheiterten Valdas Novickis und Tim Hilger am Duisburger Schlussmann, einmal stand der Pfosten im Weg. Eine große Schwäche des Leichlinger Teams ist in dieser Saison aber auch die Chancenverwertung aus dem Spiel. "Wir haben zwei hundertprozentige Möglichkeiten, die müssen wir dann einfach auch mal verwandeln", sagte Lorenzet.

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Was er genau meinte, spielte sich nach der Halbzeit ab. Leichlingen war mit einer 16:13-Führung in die Pause gegangen. Bis Minute 36 konnten die LTV-Akteure, die im Vergleich zur vergangenen Woche vor allem defensiv besser standen, den Gästen ihr Spiel aufdrücken und mit 19:15 durch einen Treffer von Dirk Schumacher in Führung gehen. Dann aber fehlte es dem Team von Lorenzet an der nötigen Cleverness, um die Führung weiter ausbauen zu können. Ein verworfener Siebenmeter und eine Zeitstrafe gegen Tim Menzlaff brachte den Gästen wieder Aufwind und ließ sie innerhalb von vier Minuten auf 19:19 ausgleichen. "Es ging hoch und runter", beschrieb Lorenzet diese Phase der Partie. Carsten Lange brachte sein Team dann in der 40. Minute mit seinem Treffer zum 20:19 wieder in Führung.

Bis zum Ende sollte sich aber keine Mannschaft mehr als ein Tor Vorsprung erspielen können. Lorenzet ordnete seine Akteure in der Schlussphase dazu an, sich vor allem defensiv nichts mehr zu erlauben. "Eigentlich sind wir ja eine offensive Mannschaft, aber in der Situation war es mir wichtig, dass wir das Spiel nicht mehr verlieren", schilderte Lorenzet.

Mit dem Punkt könne er leben. Hätte sein Team in der heimischen Halle Am Hammer gespielt und nicht in Hilgen, wäre seiner Meinung nach noch mehr drin gewesen: "Es fehlt uns einfach die Unterstützung der Zuschauer. In den entscheidenden Momenten kann das pushen."

(RP)