Basketball: Kuczmann sorgt sich um die Psyche der Giants

Basketball : Kuczmann sorgt sich um die Psyche der Giants

Bevor die ProA-Basketballer am Sonntag Crailsheim empfangen, steigt der Druck, mal wieder einen Überraschungserfolg landen zu müssen.

Achim Kuczmann hat Recht: "In dieser Liga kann jeder jeden schlagen." So lautet einer seiner Leitsätze, wenn es um die Kräfteverhältnisse in der ProA geht. Zwar sei die Zweite Liga zweigeteilt: in solche Teams, die "oben reingehören", und solche, die "nur ums Überleben kämpfen". Doch Überraschungen seien stets möglich. Sonderlich freuen dürfte ihn sein Vorhersage-Talent im Moment indes nicht. Denn während seine Bayer Giants aktuell mit vier Niederlagen wieder eine sportliche Talsohle durchlaufen, sorgte die Konkurrenz im Keller zuletzt mehrfach für Überraschungen: Magdeburg punktete in Jena, Karlsruhe in Crailsheim.

Zwar sind Erfolgserlebnisse der Konkurrenten eher rar, aber die Giants geraten mehr und mehr unter Druck, auch mal wieder gegen einen der Großen einen Punktgewinn zu landen. Anfang des Jahres gelang das, doch mittlerweile regiert ergebnismäßig wieder arge Tristesse rund um die Smidt-Arena. Der Vorsprung von gerade einmal zwei Punkten taugt nicht zur Nervenberuhigung, sondern bedeutet nur noch die am wenigsten schlechte Ausgangslage vor dem Saisonfinale.

"Wir haben sowieso nur noch fünf Spiele, da können wir nicht mehr zwischen großen und kleinen Gegnern unterscheiden. Wir müssen auch mal so ein Spiel erwischen, in dem wir einen richtigen Überraschungserfolg holen", unterstreicht Kuczmann. Oft genug dran war sein Team in den letzten Wochen, doch das reicht eben nicht. So wie beim Hinspiel in Crailsheim. Dort unterlagen die Riesen am zweiten Spieltag mit 85:100, konnten den Favoriten fordern, aber nicht stürzen. Am Sonntag kommt der Tabellenzweite (18.30 Uhr) in die Rundsporthalle. Auch wenn die Schwaben auswärts keine Übermacht darstellen: Dass sie nach der Niederlage gegen das Schlusslicht im Kampf um die PlayOffs erneut gegen einen Abstiegskandidaten straucheln, erscheint nicht realistisch.

Derweil sorgt sich der Leverkusener Trainer angesichts des Abstands in der Tabelle (22 Punkte) weniger um die spielerische Qualität seiner Spieler als um ihre angeknackste Psyche — im Abstiegskampf meist der entscheidende Faktor. "Wichtig ist, dass wir die Köpfe frei bekommen. Jedem ist der Druck anzumerken. Wir spielen nicht so befreit auf, wie zu Rückrundenbeginn", meint Kuczmann, auch im Rückblick auf die Partie in Chemnitz. Erst als sein Team nach 30 Minuten fast schon hoffnungslos zurücklag, zeigte es seine Klasse — viel zu spät. "Wenn wir so das ganze Spiel auftreten, können wir auch einen Gegner wie Crailsheim schlagen", sagt der Bayer-Coach. Vielleicht steht ihm sein Talent für gelungene Prognosen ja auch in diesem Fall zur Seite.

(sl)
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