Basketball : Kuczmann setzt auf Unberechenbarkeit

Der Trainer der Bayer Giants zieht vor dem morgigen Heimspiel gegen Essen (16 Uhr) das Positive aus der Verletztenmisere. "Ich denke, wir können die Lage einschätzen und damit umgehen", sagt er.

Vier Spiele, vier Niederlagen, Diagnose: Fehlstart. Wäre Achim Kuczmann Fußballtrainer, könnte er sich zur Not in nichtssagende Allgemeinplätze flüchten wie "Die Mannschaft ist immer noch im Findungsprozess, das geht nicht von heute auf morgen", "Die Laufwege stimmen noch nicht" oder "Wir machen einfach zu viele individuelle Fehler, die gilt es schleunigst abzustellen." Leider — aus Sicht des Giants-Trainers — ist das mit den Fehleranalysen in der ProA nicht ganz so einfach. Bayers sportliche Schieflage resultiert nicht aus dem einen offensichtlichen Kardinalproblem, sondern war in allen vier Fällen bislang ein Mix aus mehreren Faktoren.

Und es scheint fraglich, ob die sich alle bis morgen abstellen lassen. Dann starten die Riesen vom Rhein ihren nächsten Anlauf in Sachen erster Saisonsieg. Gegner ETB Essen (Smidt-Arena, 16 Uhr) hat einen ähnlich bescheidenen Start hingelegt, kam aber zumindest schon einmal in den Genuss des Gefühls, ein Spiel für sich entschieden zu haben. Allerdings fielen die jüngsten Pleiten der Essener allesamt nur knapp aus. Nicht nur deswegen sieht Kuczmann sein Team wieder in der Außenseiterrolle: "Wir sind der Aufsteiger mit einem der niedrigsten Etats. Gegen uns ist eigentlich jeder Favorit, ob er will oder nicht", sagt er. Hinzu kommt, dass es noch keine echten positiven Neuigkeiten aus der hauseigenen Krankenabteilung gibt. Jack Eggleston (Mittelhandbruch) fällt ebenso aus wie Götz Twiehoff (Muskelfaserriss). Beide werden sich wie in den Vorwochen mit Anfeuerungsaufgaben beschäftigen müssen. "Wir werden wohl wieder einige ungewöhnliche taktische und personelle Kombinationen ausprobieren, vor allem, weil wir mit Ben Spöler wieder nur einen echten ,Großen' dabei haben", sagt Kuczmann.

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Der Giants-Trainer sieht in den allenfalls suboptimalen Voraussetzungen aber auch einen Vorteil für sein Team. "Natürlich läuft personell im Moment einiges gegen uns, aber das macht uns auch für den Gegner unberechenbarer. Das müssen ausnutzen", fordert er. Überhaupt wirkt der 59-Jährige trotz der Negativserie zumindest nach außen hin absolut gelassen. "Klar lesen sich die Zahlen ziemlich mies, aber diese Mannschaft ist auch letztes Jahr erst spät ins Rollen gekommen. Ich denke, wir können die Lage einschätzen und damit umgehen."

Dass die Sieglos-Serie besser heute als morgen enden möge, weiß Kuczmann indes genauso. Die Dringlichkeit, möglichst bald "den Bock umzustoßen" hat er unlängst betont. Gerade zu Hause müssen die Punkte für den Klassenerhalt gesammelt werden. Dazu haben die Giants nun in sieben Tagen zwei Möglichkeiten. Doch leicht wird das nicht, Essen kommt in Chris Alexander, Patrick Carney, Michael Fakuade, Anthony Young gleich mit vier US-Amerikanern, die Woche darauf kommen die ambitionierten Ehinger, unter anderem mit den Ex-Leverkusenern Chris Sengfelder und Sven Jeuschede.

(sl)