Fußball : Kalandranis' Jugendstil

Fußball-Mittelrheinligist VfL Leverkusen setzt in der kommenden Saison auf entwicklungsfähige Spieler.Parallel muss das Team von Pano Kalandranis aber auch den Abgang eines 34-Tore-Sturmduos verkraften.

Als Fußball-Mittelrheinligist VfL Leverkusen zur ersten Einheit antrat, war der Ball erst einmal Nebensache – laufen stand auf dem Programm. Trainer Pano Kalandranis hatte seine Mannschaft in Gruppen eingeteilt, jedes Ensemble wurde bei hoher Belastung zwar nicht auf Herz und Nieren, durch ein Pulsmessgerät aber auf die aktuelle Leistungsfähigkeit getestet.

In der ersten Fünfergruppe waren dann auch gleich drei Neue, die sich beweisen mussten. Michael Böhm (U 19 Rot-Weiss Essen), Abdi Düzardic (Sportfreunde Troisdorf) und Selcuk Alagöz (SC Vokerath) erhielten genau wie alle anderen Akteure neue Trainingsbekleidung und schwitzten anschließend bei hohen Temperaturen. Das Trio bildet jedoch nur einen kleinen Kreis der Zugänge. Denn neben Andreas Kath (SV 09 Bergisch Gladbach), Philipp Schäfer (Taxofit U 19) und Hakan Can Yalcin (Viktoria Köln) rücken aus der A-Jugend auch Marc Bruch, Tim Jennebach, Dennis Marquet, Onur Kizilkaya sowie Daniel und Tobias Schlänger in den Kader der ersten Mannschaft auf.

"Das ist unser Konzept"

Wird bei den Neuzugängen ein Blick auf deren Spielerpass geworfen, fällt das junge Alter aller Akteure auf. "Das ist so gewollt und unser Konzept", erklärt Kalandranis, "denn was bringt es uns, einen 32-Jährigen zu holen, der nur noch des Geldes wegen hier spielt?" Den zwölf Neuverpflichtungen beim VfL stehen indes vier Abgänge gegenüber. Torwart Denis Durukanli schloss sich Viktoria Köln an, die neue sportliche Heimat von Guilherme dos Santos ist derweil noch unbekannt. Höchst interessant wird es sein, zu sehen, wie die Mannschaft die Abgänge von Rachid Eckert (Germania Windeck) und Deniz Öztürk (SG Bad Breisig) verkraften wird. Denn auch Kalandranis weiß, dass die Leverkusener somit "34 Tore netto und viele Scorerpunkte verlassen haben."

Fokus stärker auf die Defensive

Der Coach des VfL erwartet nun vom gesamten Team, diese offensive Lücke zu stopfen, wobei er auch sagt, dass "der Fokus bei uns jetzt mehr auf die Defensive gelegt wird. Denn wir haben in der vergangenen Saison zwar die meisten Tore geschossen, aber auch viele hinten hineinbekommen. Das gilt es nun abzustellen." Darüber hinaus zeigt er sich erfreut, dass laut eigener Aussage alle Positionen im Team doppelt besetzt sind. Da stört es auch nicht, dass Niklas Schilling, eigentlich als Neuzugang eingeplant, kurzfristig aus beruflichen Gründen absagen musste

(RP)