Handball : Jahr eins nach der Neugeburt

Bayers Bundesliga-Handballerinnen starten am Sonntag in Trier in die neue Saison. Trotz kleinerem Kader und reduziertem Etat gehen die Elfen ihre Aufgabe optimistisch an. Die Freude, überhaupt noch zu existieren, ist groß.

Es ist nicht lange her, da mussten Freunde des Leverkusener Frauenhandballs ernsthaft besorgt sein, ob Bayer 04 zum Start der neuen Saison überhaupt noch im Oberhaus vertreten sein würde. Das Aus für die Elfen wurde durch breite Unterstützung und eine einmalige Zuwendung des Konzerns abgewendet. Und vor dem Start in die neue Meisterschaftsrunde am Sonntag um 16 Uhr in Trier gehört das Team von Trainerin Renate Wolf trotz eines kleineren Etats immer noch zum Kreis der Anwärter auf die vorderen Plätze.

Sextett meldet Ansprüche an

Die Alternativen sind kleiner geworden: Aus dem 16-köpfigen Kader wird sich die Last wohl vorwiegend auf elf Köpfe verteilen (drei Spielerinnen mit Zweitspielrecht, Laura Glaser und Kathrin Hambitzer werden wohl in der Regel nur wenig Einsatzzeit erhalten). Größer geworden ist dagegen die Konkurrenz in der Liga.

Ein Sextett meldet Ansprüche auf die vier Halbfinal-Plätze an. Und bei einigen der Konkurrenten spielen Ex-Elfen eine wichtige Rolle: Leipzig hat sich die Dienste von Anne Müller gesichert, der Thüringer HC sich mit Sarah Walzik und Katrin Engel verstärkt, Blomberg Nadine Krause zurück in die Liga geholt, und zum Kader von Buxtehude gehören nach wie vor Debbie Klijn und Diane Lamein. Aus dem Favoritenkreis kommt einzig Oldenburg ohne einstige Leverkusenerinnen aus.

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"Miezen" haben Substanz verloren

Dass mit Bayer trotz der Abgänge von Müller, Walzik, Engel, Schülke, Knipprath und Ahlgrimm zu rechnen sein wird, zeigte der dritte Platz beim Turnier in Bad Urach mit Siegen unter anderem gegen Österreichs Serienmeister Hypo Niederösterreich und Byasen Trondheim sowie einem Remis gegen Zvezda Zvenigorod. Die Neuen müssen sich noch einfinden, und auch Anna Loerper hat noch etwas Trainingsrückstand. Fast wie ein Neuzugang präsentiert sich derzeit Lyn Byl. In der Vergangenheit oft nur in der Verteidigung und Rechtsaußen eingesetzt, blüht sie nach Müllers Abgang am Kreis auf und hat derzeit überraschend die Nase vorn im Zweikampf mit Steffi Egger. Die wurde wie Anne Jochin vom ersten Gegner MJC/DJK Trier geholt.

Überhaupt haben die "Miezen" einiges an Substanz verloren und den Klassenerhalt als Saisonziel ausgegeben. Bei Bayer findet sich derweil Jochin immer besser ein, und auch Rückkehrerin Anne Krüger hat wenig Probleme, mit den alten/neuen Mitspielerinnen zurechtzukommen. Die Ziele für den Auftakt morgen sind klar formuliert. "Natürlich dürfen wir keinen Gegner unterschätzen, aber wir wollen mit einem Sieg in Trier starten", betont Wolf. In dieser Saison wäre alles andere als eine Qualifikation für die Playoffs eine Enttäuschung.

(RP)