Lokalsport: Im Zweifel reicht den Elfen nur ein Sieg beim THC

Lokalsport : Im Zweifel reicht den Elfen nur ein Sieg beim THC

Morgen spielen die Bundesliga-Handballerinnen des TSV beim Meister Thüringer HC um den Europapokaleinzug.

Das Ziel aller Träume für Bayers Handballerinnen ist das europäische Ausland. Dort wollen sie sich in der kommenden Saison mit Teams aus anderen Ligen messen. Der Weg nach Europa führt für die Elfen über einen Ort, von dem im Ausland wohl nur wenige schon einmal gehört haben: Bad Langensalza, eine gut 17.000 Einwohner fassende Gemeinde unweit von Gotha, Eisenach und Erfurt. Dort trägt der neue Deutsche Meister Thüringer HC seine Heimspiele aus. Und dort empfängt er morgen am letzten Bundesliga-Spieltag die Leverkusenerinnen zum Duell in der Salza-Halle. Wollen die Gäste sich für den Europapokal qualifizieren, müssen sie wohl Platz vier halten. Nötig dazu ist wohl nicht weniger als ein Sieg beim haushohen Favoriten.

Sollten die Verfolger Dortmund (in Bietigheim) und Blomberg (gegen Göppingen) nicht gewinnen, reicht unter Umständen auch ein Remis. Bei einer Niederlage findet der Europapokal in der kommenden Spielzeit ohne Leverkusener Beteiligung statt. "Aber ganz egal, was am Samstag passiert. Wir haben eine richtig gute Rückrunde gespielt und auch insgesamt eine ordentliche Saison. Und das, obwohl uns mit Jennifer Rode eine Nationalspielerin gefehlt hat", sagt Leverkusens Trainerin Renate Wolf. Ihre größte Sorge ist, dass ihre Schützlinge nach dieser starken Runde im Falle einer Niederlage als Verlierer gesehen werden, wo Europa doch nur ein kollektiver Wunsch und nie das vom Verein ausgegebene Ziel war. Dabei wäre nach Einschätzung von Fachleuten ein Thüringer Sieg der Normalfall. "Der THC ist verdient Meister geworden. Das ist ein richtig gutes und vor allem sehr konstantes Team", lobt die Chef-Elfe den Gegner, der daheim in dieser Spielzeit keinen Punkt abgegeben hat. Chancenlos sieht sie ihre Schützlinge freilich nicht. Immerhin hat der THC in Bad Wildungen und Dortmund zwei Spiele überraschend verloren, das letzte davon beim BVB erst vor zwei Wochen. Zudem musste sich der TSV dem Meister in der Hinrunde nur knapp mit 27:28 geschlagen geben.

Gleich nach Spielschluss wird sich wahrscheinlich auch Joanna Rode über das Ergebnis aus Langensalza informieren - und das nicht nur, weil ihre Schwestern Elaine und Jennifer bei Bayer 04 spielen. Denn die Linksaußen ist in der kommenden Spielzeit selbst eine Elfe und das Schwestern-Trio damit vereint. "Das war eine absolute Bauchentscheidung", sagte die 20-jährige Vize-Jugend-Weltmeisterin von 2014. Sie spielte bis April bei Absteiger Rödertal in der Bundesliga.

"Wir hatten sie schon länger auf unserer Liste und sind nun sehr glücklich darüber, dass sie sich für den Wechsel nach Leverkusen entschieden hat", betont Wolf. "JoJo" Rode sei abwehrstark und noch nicht fertig in ihrer Entwicklung - würde insofern also hervorragend ins Leverkusener Konzept passen, das darauf baut, junge Spielerinnen mit Potenzial weiter auszubilden.

(kre)