Frauenhandball : Buxtehude testet Elfen vor Publikum

Bayers Bundesliga-Handballerinnen unterliegen dem Gastgeber Buxtehude und Blomberg-Lippe, beide Konkurrenten sind aber schon länger im Training. Managerin Renate Wolf interessiert sich auch für das Drumherum, weil Publikum zugelassen war.

Dieser Ausflug in den Norden hat sich für Bayers Handballerinnen wirklich gelohnt. Nach fünf Monaten Zwangspause absolvierten die Elfen beim Testspielwochenende in Buxtehude ihre ersten beiden Partien seit Anfang März. Dass sie dabei zwei Niederlagen gegen Bundesliga-Konkurrenten kassierten, ließ sich leicht verschmerzen. „Es war einfach ein schönes Gefühl, endlich wieder Handball spielen zu können. Die Ergebnisse waren nicht so wichtig“, versicherte Renate Wolf.

Anders als vor dem Saisonabbruch stand die Managerin in Buxtehude erstmals in neuer Funktion an der Seitenlinie. Das Sagen hat sportlich nun der jetzt alleinige Cheftrainer Michael Biegler. Unterstützt wird der frühere Nationaltrainer von einem Assistententrio. Zu dem gehören neben Wolf (vor der Pause mit ihm als Doppel-Spitze tätig) Jenny Karolius (weiter auch Trainerin im Nachwuchs) und Abteilungsleiter Andreas Thiel.

Ansatzpunkte für Verbesserungen sahen die Verantwortlichen einige – sowohl beim 22:28 (13:19) gegen Gastgeber Buxtehude als auch beim 19:23 (9:12) gegen Blomberg-Lippe. Aber die Elfen bekamen es schließlich auch mit namhaften Gegnern zu tun, die noch dazu weiter in der Vorbereitung sind als sie. „Beide haben schon vorher gespielt und wir vor diesem Wochenende nicht mal auf dem ganzen Feld trainiert“, verriet Wolf. Es sei deshalb verständlich, das noch recht viel Sand im Getriebe war. In der Offensive hakte es noch gewaltig im Zusammenspiel, defensiv fehlte sichtlich noch etwas der Mut, richtig zuzupacken. „Das müssen wir uns jetzt erarbeiten“, sagte die Managerin.

Nach dem Weggang von Anna Seidel und den drei Rode-Schwestern wird die Eingewöhnung der Zugänge noch wichtiger. Bei den ersten beiden Tests (noch ohne Keeperin Nele Kurzke und Rückraum-Ass Mareike Thomaier) waren Fanta Keita (Aunis Handball La Rochelle-Périgny/Frankreich), Zoë Sprengers (VOC Amsterdam/Niederlande) und Jule Polsz erstmals mit von der Partie. Kim Lara Hinkelmann und Lilli Holste (wie Polsz von den Junior-Elfen hochgezogen) gehörten bereits vor dem vorzeitigen Saisonende zum Bundesliga-Kader.

Als neue Spielführerin und Nachfolgerin von Seidel führt nun Ex-Nationalspielerin Svenja Huber die Leverkusenerinnen aufs Feld. Mit 34 Jahren ist die Rechtsaußen die älteste und erfahrenste Spielerin der auch in der neuen Saison mit vielen Talenten, meist aus dem eigenen Nachwuchs, gespickten Elfenschar.

Mit großem Interesse verfolgte Wolf neben den Partien an sich auch das Drumherum. Denn Buxte testete unter Wettkampfbedingungen – und vor allem mit Publikum. „Wichtig war, dass es gelungen ist, im Einklang mit den Corona-Regeln eine sehr gute Veranstaltung auf die Beine zu stellen“, befand Wolf.

Am Sonntag stehen die Elfen wieder auf dem Feld. Beim Turnier von Zweitligist TV Beyeröhde bekommen sie es neben den Gastgeberinnen auch mit dem Drittliga-Meister Aldekerk und dem belgischen Erstligisten Sint-Truiden zu tun. Den ersten Test daheim bestreiten die Leverkusenerinnen am 15. August: noch ohne Zuschauer gegen Sprengers Ex-Klub VOC Amsterdam.

Die Treffer für die Elfen erzielten: Huber 7 (3 gegen Buxtehude + 4 gegen Blomberg), Sprengers 6 (4+2), Polsz 5 (3+2), Souza 5 (2+3), Jurgutyte 4 (3+1), Zschocke 4 (1+3), Keita 2 (2+0), Hinkelmann 2 (1+1), Holste 2 (1+1), Bruggeman 2 (1+1), Einarsdottir 2 (1+1).