Handballerinnen des TSV Bayer gewinnen Nachbarschaftsduell knapp

Knapper Erfolg gegen Dortmund: Bruggemanns Kunststück sichert Elfen den Heimsieg

Die Zuschauer in der Ostermann-Arena erlebten einen Handball-Krimi mit gutem Ende für die Elfen, die defensiv stark, aber offensiv holprig agierten.

Bei diesem Krimi hielt es in der Ostermann-Arena niemanden mehr auf seinem Sitz. Nur Sekunden waren noch zu spielen, Bayers Handballerinnen gegen Borussia Dortmund mit einem Treffer vorne und in Ballbesitz, aber Zeitspiel war schon angezeigt und keine Abspiele mehr übrig. Da landete der Ball bei Annefleur Bruggeman, der das Kunststück gelang, sich aus der Umklammerung ihrer Gegenspielerin zu winden und den Ball zum Endstand von 22:20 (9:8) ins Netz zu befördern.

„Da hat sie gezeigt, wie stark sie im Eins-gegen-Eins ist“, lobte der niederländische Elfen-Coach Robert Nijdam seine junge Landsfrau. Die erfreute sich angesichts dieses erlösenden Treffers bei der anschließenden der Feier naturgemäß erhöhter Aufmerksamkeit.

Die Umjubelte Akteurin des Spiels war aber eine andere: Keeperin Nele Kurzke. Im ersten Pflichtspiel zu Hause gelangen dem Neuzugang nicht nur rund 20 Paraden – darunter ein gehaltener Siebenmeter (ein weiterer landete am Querbalken) und eine Glanztat bei einem Dortmunder Gegenstoß in der Schlussphase. Die Torfrau erzielte mit hohem Tempo, gutem Auge und starkem Arm auch drei Treffer ins leere Tor. Einen weiteren verpasste sie nur knapp, wobei sich Dortmunds Ex-Elfe Clara Woltering bei ihrer Rettungsaktion am Kopf verletzte und fortan dem Spielgeschehen mit gelbem Turban-Verband und Kühlpack folgen musste. So zog Kurzke im Verbund mit der bissigen Leverkusener Abwehr dem BVB den Zahn, im Angriff eine siebte (beziehungsweise bei Unterzahl sechste) Feldspielerin einzusetzen. „Eine richtig starke Leistung von ihr“, befand auch Nijdam, der insgesamt eine gute Teamleistung seiner Elfen sah.

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Defensiv zeigten sich die Gastgeberinnen zur Freude des Übungsleiters über weite Strecken schon in bestechender Form. Offensiv war indes teilweise noch reichlich Sand im Getriebe. Vor der Pause war das der von beiden Teams gezeigten Nervösität geschuldet. Nach Wolterings Ausscheiden Mitte des zweiten Durchgangs dann vor allem der starken Leistung der Dortmunder Ersatz-Keeperin Rinka Duijndam, die dem Bayer-Coach noch bestens bekannt ist von seiner Zeit als Trainer der niederländischen Junioren-Auswahl.

Mit seinen Schützlingen ging er nach dem aufreibenden Spiel schonend um, lobte die guten Ansätze, zeigte Verständnis für die schwächeren Passagen und sprach auch nicht über die erneut schwache Siebenmeter-Ausbeute: „Wenn man gewinnt, ist das egal.“

TSV Bayer Kurzke (3), Fehr (bei drei Siebenmetern) – Jurgutyte (3), Seidel (5/2), Zschocke, Potocki (1), Souza (1), Kämpf (nicht eingesetzt), Bruggeman (2), Hodel, Berndt, Berger (4), Jo. Rode, Je. Rode (4), E. Rode, Klein (n.e.).