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Handballerinnen des TSV Bayer 04 siegen in Bad Wildungen

27:23-Erfolg in Bad Wildungen : Elfen bewahren in der Kurstadt einen kühlen Kopf

Die Elfen halten sich in Bad Wildungen schadlos und kehren mit einem Sieg nach Leverkusen zurück. Mia Zschocke avancierte zum Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Bundesliga-Handballerinnen.

Mehr als 20 Minuten waren bereits absolviert in der Sporthalle der Enseschule, als die eingewechselte Laura Vasilescu für Bad Wildungen erfolgreich war. Das besondere an diesem Treffer zum 5:7 aus Sicht der Gastgeberinnen: Es war das erste Mal, dass die Vipers Nele Kurzke aus dem Spiel überwinden konnten. Die starke Keeperin im Tor von Bayers Handballerinnen und die Abwehr der Elfen hatten zuvor lediglich vier verwandelte Siebenmeter zugelassen. „Dass es so lange bis zum ersten Feldtor gedauert hat, sagt eine Menge aus. Aber in den Szenen vor den Strafwürfen waren wir zu passiv“, gab Coach Robert Nijdam nach dem 27:23 (10:9)-Erfolg in Nordhessen zu bedenken.

Große Vorwürfe mochte der Niederländer seinen Schützlingen aber nicht machen, die sich ihren Sieg mit einer guten Mischung aus Kampf, Konzentration und Moral redlich verdient hatten. Nur einmal – beim 3:4 – lagen die Leverkusenerinnen beim Gastspiel in der Kurstadt kurzfristig in Rückstand, mussten beim 11:11 kurz nach der Pause letztmals einen Gleichstand hinnehmen. Dass die Elfen nicht noch deutlicher gewannen, verdankte Bad Wildungen vor allem Manuela Brütsch, die von zwei starken Torfrauen mit über 50 Prozent gehaltenen Bällen die noch etwas bessere Quote vorweisen konnte. Kurzke glich diesen leichten Rückstand im direkten Duell allerdings durch ihre Treffsicherheit aus der Distanz aus. In der 54. Minute erzielte sie mit einem Wurf ins leere Vipers-Tor das vorentscheidende 23:18. „Spätestens da waren wir endgültig auf der Siegerstraße“, betonte Nijdam.

Der sah ein Spiel, in dem neben Tempo und Kampf auch aufkommende Hektik und Emotionen auf beiden Seiten dominierten. „Damit habe ich schon gerechnet, aber das hat es natürlich schwieriger gemacht, sich abzusetzen“, sagte der Elfen-Coach. Er hatte sein Team offenbar besser auf diese Bedingungen vorbereitet. Denn die Gäste machten weniger Fehler als der Gegner und bewahrten auch in hitzigen Situationen die Ruhe. „Wir haben fast durchgängig einen kühlen Kopf bewahrt. Das war mit entscheidend.“

Fortschritte machte Bayer auch von der Linie. Endlich stimmte die Siebenmeter-Quote (fünf Treffer bei einem Fehlversuch) – neben leichten Fehlern im bisherigen Saisonverlauf zumeist ein Defizit im oft überzeugenden Elfen-Angriff. Beste Schützin beim Sieger war mit sieben Treffern Jung-Nationalspielerin Mia Zschocke, die im Wechsel mit Zivile Jurgutyte und Kim Berndt oft als Initiatorin sowie Dreh- und Angelpunkt des rasanten Rückraumspiels glänzte.

Im letzten Spiel vor der anstehenden EM-Pause müssen die Elfen am Samstag das dritte Auswärtsspiel in Folge bestreiten. Sie sind in Ostfildern zu Gast beim TV Nellingen, mit dem sie unlängst im Pokalspiel mehr Mühe als erwartet hatten. Das nächste Heimspiel für den TSV steht erst nach der Europameisterschaft an: am 27. Dezember gegen die HSG Bensheim/Auerbach.

Elfen Kurzke (1), Fehr – Jurgutyte (4), Seidel (3), Zschocke (6), Souza, Kämpf, Bruggeman, Hodel, Berndt (4/4), Berger (5), Jo. Rode (1), von Pereira, Je. Rode (3/1), E. Rode.