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Handballerinen von Bayer 04 Leverkusen unterstützen

Während der Coronavirus-Pandemie : Elfen helfen auch in der Krise

Bayers Handballerinnen bieten der Corona-Risikogruppe im Leverkusener Umland einen Einkaufsservice an. Jeweils dienstags und donnerstags von 10 bis 14 Uhr können unter 02202/7557 telefonisch die Bestellungen aufgegeben werden. Die Spielerinnen gehen dann einkaufen und bringen die notwendigen Dinge kontaktlos zu älteren und bedürftigen Menschen.

Die Saison hat für Bayers Handballerinnen mit dem Abbruch der Bundesliga zwar durch die Corona-Krise ein Ende gefunden, aber für die nächsten Wochen haben sich die Leverkusenerinnen dennoch eine Menge vorgenommen. Und das betrifft keineswegs nur den Sport, wo sich die Elfen in Zeiten ohne gemeinsame Übungseinheiten notgedrungen mit individuellen Trainingsplänen behelfen. Auch ihr soziales Engagement führen die Schützlinge von Michael Biegler und Renate Wolf fort – und bauen es nun sogar noch aus. Gemeinsam mit dem Odenthaler Rewe-Markt Tönnies bieten die Handballerin seit dieser Woche einen Einkaufsservice an. „In diesen Zeiten müssen wir als Gesellschaft einfach zusammenhalten. Und dazu wollen auch wir unseren kleinen Beitrag leisten“, betont Wolf.

Sorgen macht sie sich in diesen Tagen insbesondere um ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen. Die gehören zur Corona-Risikogruppe, die möglichst wenig Kontakt zu anderen haben und auch den Besuch im Supermarkt vermeiden soll. Und hier kommt das Angebot der Handballerinnen ins Spiel. Sie übernehmen für bedürftige Menschen aus Leverkusen und Umgebung (etwa in Schildgen und Odenthal) den Einkauf. Die Arbeit teilen sie sich auf. Jeweils dienstags und donnerstags von 10 bis 14 Uhr können unter 02202/7557 telefonisch die Bestellungen aufgegeben werden. Diese Aufgabe übernahm zum Start am Dienstag beispielsweise Elfen-Kapitänin Anna Seidel. „Die Resonanz zum Start hat uns gezeigt, dass es großen Bedarf für diese Hilfe gibt“, sagt Wolf.

Mit den Einkaufszetteln, die sich daraus ergeben, ziehen dann Spielerinnen los, und wieder andere liefern die Bestellung am Tag nach dem Anruf aus – natürlich kontaktlos. „So wollen wir unseren Beitrag leisten, dass die Betroffenen gesund bleiben“, erklärt die Elfen-Trainerin und -Managerin. Soziales Engagement ist schon lange Bestandteil des Selbstverständnisses der Leverkusenerinnen. Die Aktivitäten (etwa regelmäßige Unterstützung für die Krebshilfe) stehen schon seit mehr als zehn Jahren unter der Überschrift „Wenn Elfen helfen“. In dieser Tradition sieht Wolf nun auch den Einkaufsservice während der Corona-Krise. Sie hofft, dass die vielen ermutigenden Beispiele von Hilfsbereitschaft und Solidarität, die sie als echten Hoffnungsschimmer in diesen schweren Zeiten sieht, Schule machen – auch für die Zeit nach Corona. „Es wäre schön, wenn die Gesellschaft nicht einfach weitermacht wie vor dieser Krise, sondern jetzt ein Umdenken stattfindet“, hofft sie.

Angesichts der steigenden Infektionszahlen ist der Sport nebensächlich. Aber natürlich ist Wolf auch damit beschäftigt, dafür zu sorgen, dass der Rekordmeister auch nach der Zwangspause noch existiert. Und auch da gibt es erfreuliche Nachrichten: Viele Sponsoren haben bereits signalisiert, dass sie die Elfen weiter unterstützen wollen – so wie diese aktuell die Menschen in Leverkusen und Umgebung.