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Handball: TSV Bayer 04 Leverkusen gewinnt 25:23 beim TuS Metzingen

Handball, Frauen-Bundesliga : Elfen feiern ersten Auswärtssieg

Die Handballerinnen des TSV steigern sich im Angriff und gewinnen 25:23 in Metzingen. Das Heimspiel am Sonntag gegen Bad Wildungen findet ohne Zuschauer statt.

Als in der Ösch-Halle die herbeigesehnte Schlusssirene ertönte, stürmten Bayers Bundesliga-Handballerinnen wie entfesselt los. Nahe der Mittellinie bildeten sie einen jubelnden Pulk, sprangen im Kreis und schrien ihre Erleichterung hinaus. „Auswärtssieg, Auswärtssieg“, schallte es zum Frust der etwas mehr als 200 Zuschauer durch die Spielstätte.

Nach zuvor zwei knappen Niederlagen holte Team von Trainer Michael Biegler im dritten Auswärtsspiel in Serie den ersten Sieg in der Fremde. Nach dem 25:23 (13:13) beim TuS Metzingen gehen die Elfen zum Abschluss ihrer Englischen Woche nun mit viel Selbstvertrauen und ausgeglichenem Punktekonto (4:4) in das Duell mit den Bad Wildungen Vipers (Sonntag, 16 Uhr, Smidt-Arena).

Die Überraschung in Metzingen gelang den Rheinländerinnen auch deshalb, weil sie sich durch nichts aus der Ruhe bringen ließen. Auch wenn noch längst nicht alles gelang, blieben sie ihrem Konzept treu und verfielen anders als der Gegner nie in Hektik. Gleich mehrfach kämpften sich die Elfen nach zwei Treffern Rückstand mit konzentrierter Abwehrarbeit wieder zum Ausgleich, zuletzt vom 14:16 zum 16:16 kurz nach der Pause.

Es folgte die wohl beste Phase der Gäste, die beim 19:18 erstmals seit dem 3:2 wieder die Führung übernahmen und bis auf vier Treffer ausbauten (24:20, 25:21). Dann wurde es durch drei Zeitstrafen in der Schlussphase doch noch einmal eng. Trotz doppelter Unterzahl – durch zwei Minuten für Jennifer Souza und Zoë Sprengers – retteten sie den Sieg aber über die Zeit. „Wir haben verdient gewonnen, weil wir im zweiten Durchgang weniger Fehler gemacht haben als vor der Pause und dann unsererseits aus den Fehlern des Gegners Kapital schlagen konnten“, betonte Co-Trainerin und Managerin Renate Wolf.

Freude bereitete ihr neben einer griffigen Verteidigung und einigen starken Paraden von Keeperin Kristina Graovac diesmal – anders als in den vorigen Partien – auch der Elfen-Angriff. In Metzingen fanden die Leverkusenerinnen Lösungen aus dem Spiel und waren so weniger eindimensional und darum deutlich schwieriger auszurechnen als zuletzt. Denn Torgefahr kam sowohl aus dem Rückraum (Fanta Keita mit fünf, Mia Zschocke mit vier Treffern) als auch von Außen (vier Trore von Svenja Huber, drei von Sprengers), vor allem aber auch über den Kreis. Dort profitierte Hildigunnur Einarsdottir (fünf Treffer) von guten Anspielen.

„Dass wir über den Kreis gefährlich waren“, machte Wolf als einen der Schlüssel zum Erfolg aus. Am besten gefallen hatte ihr aber die geschlossene Mannschaftsleistung. Eine Wiederholung wünscht sie sich für das Heimspiel gegen die Vipers am Sonntag, das aufgrund der gestiegenen Corona-Infektionszahlen ohne Zuschauer ausgetragen werden muss. Mareike Thomaier wird auch diese Partie verletzungsbedingt verpassen.

Bundestrainer Henk Groener nominierte derweil zwei Elfen für den nächsten Lehrgang Ende Oktober. Neben Mia Zschocke darf auch Jennifer Souza mit dabei sein. Zudem gehören zum 20-köpfigen Kader gleich sechs frühere Leverkusenerinnen: Amelie Berger, Jennifer Rode, Kim Braun, Kim Naidcinavicius, Annika Lott und Metzingens Kapitänin Marlene Zapf, die trotz elf Treffern gegen Bayer die Niederlage nicht verhindern konnte.

Elfen Graovac, Fehr (bei zwei Siebenmetern) – Jurgutyte (1), Hinkelmann (nicht eingesetzt), Sprengers (3), Zschocke (4), Holste (n.e.), Souza (2), Kämpf (n.e.), Bruggeman (1), Keita (5), Einarsdottir (5), Huber (4/1).