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Handball: Profistatus der Spieler in der dritten Liga ist nicht geklärt

Status nicht geklärt : Profis oder Amateure? Drittliga-Handballer sind verunsichert

Der Corona-Maßnahmenkatalog der Bundesregierung sieht vor, dass der Amateursport pausert, während Profisport ohne Zuschauer weiter betrieben werden kann. Eine Grauzone zwischen den Welten sind die Drittliga-Handballer.

Die Frage nach dem Status der Drittliga-Handballer ist für die Vereine der Region wichtiger denn je. Denn die neuen Coronaregeln lassen ab Montag nur noch Leistungssport von Profivereinen zu. Während im Fußball die Sachlage klar ist, sorgte eine Mail des Deutschen Handballbundes (DHB) am Donnerstag für Irritationen: Demnach sei die Einordnung der Vereine noch offen. Auch eine Fortführung des Spielbetriebs komme infrage. Das ist eine Sicht der Dinge, die bei Beobachtern wie Betroffenen für Verwunderung sorgt.

Geht es nach den Verantwortlichen der beiden Drittligisten Leichlinger TV und TuS Opladen, ist die Entscheidung klar. „Profitum ist für mich etwas anderes. Wir betreiben ambitionierten Amateursport“, sagt LTV-Manager Elmar Müller. In die gleiche Kerbe schlägt sein Opladener Pendant Volker Leisner. „Ein Profi ist per Definition jemand, der das Handballspielen zum Beruf gemacht hat“, sagt er. „Das kann ich für den TuS ausschließen.“

Die Klubs stehen ohnehin vor dem Problem der Spielorte. Leichlingen und Opladen sind beide jeweils auf städtische Einrichtungen angewiesen – und die sind ab Montag geschlossen. Eine Ausnahmegenehmigung wäre notwendig, aber es gibt weitere Probleme. Flächendeckende Corona-Tests sind teuer – und ohne Zuschauer bricht eine Einnahmequelle der ohnehin gebeutelten Klubkassen weg.

Es gibt aber auch Argumente für das Profitum. Denn alle Spieler der Drittligisten haben gültige Verträge und üben damit mindestens einen Nebenberuf aus. Das gilt allerdings auch für Spielklassen unterhalb der 3. Liga. Dass die Berufsgenossenschaft deren Spieler als Profis einordnet, ist ein Faktor, der beim DHB für Stirnrunzeln sorgt. Gleiches gilt für die Tatsache, dass viele Drittligisten vom staatlichen Coronabeihilfeprogramm für Profiklubs profitierten – und das nach ausdrücklichem Engagement des Verbandes. „Die Situation wird jetzt vom DHB-Präsidium bewertet“, sagt Andreas Tiemann von der spielleitenden Stelle der dritten Ligen. Das Hallenproblem sei dem Verband sehr bewusst und es müsse „sorgfältig abgewogen“ werden. Eine Entscheidung pro oder kontra Profitum müsse zudem von höchster Stelle rechtlich geklärt werden.

Im November will der DHB auf Staffeltagen über das weitere Vorgehen beraten. Thema sollen auch Alternativen für den weiteren Fortgang der Saison sein. Die Entscheidung über das Profitum muss indes vorher getroffen werden. Die Partien an diesem Wochenende finden noch wie geplant statt. Ausgenommen sind Leichlingen und Opladen, wo es zuletzt Corona-Fälle gab.