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Handball, 3. Liga: TuS Opladen und Leichlinger TV haben gleiches Ziel

Start in die 3. Handball-Liga : Zwei Vereine, ein Saisonziel

Mit dem Leichlinger TV sowie Aufsteiger TuS 82 Opladen spielen ab der neuen Saison zwei Nachbarn in der dritthöchsten Handball-Spielklasse. Beide Vereine haben aus unterschiedlichen Gründen den Klassenerhalt als Ziel.

Die Mannschaft des Leichlinger TV pendelt zwischen neu und alt. Einerseits geht Trainer Lars Hepp in seine dritte Saison mit den Blütenstädtern und Akteure wie Valdas Novickis, Alexander Kübler oder David Ferne gaben dem Team bereits in den vergangenen Jahren sein Gesicht. Andererseits ist mit Elmar Müller nicht nur ein neuer Manager an Bord, sondern auch das Hallenteam, Geschäftsführer Philipp Bracht und Co-Trainer Achim Symmanek sind unter anderem neu.

„Der Ablauf drumherum ist viel strukturierter. Da merkt man, dass etwas passiert ist“, sagt Publikumsliebling Ferne, der sich nach der Insolvenz der vorherigen Spielbetriebs-GmbH als erster zum Neuaufbau bekannte. Tatsächlich mobilisierten die Leichlinger viele neue Helfer und brachten das erste Heimspiel vor Zuschauern am vergangenen Freitag reibungslos über die Bühne.

Der LTV verlor zwar deutlich gegen die SG Schalksmühle-Halver (28:35), einem Drittligisten und früheren Ligakonkurrenten der Leichlinger, aber der Gegner dürfte nicht als Messlatte dienen. Denn sportlich ist die Fahrtrichtung klar: Im ersten Jahr nach dem Umbau geht es nur um den Klassenerhalt. Darin sind sich alle Beteiligten inzwischen einig.

Geht für den Leichlinger TV auf Torejagd: Timo Blum – hier noch im alten Trikot. Foto: Miserius, Uwe (umi)

„Unser Vorteil ist, dass man unsere Mannschaft noch nicht kennt“, glaubt Torhüter Ferne mit Blick auf die neu eingeteilte Mitte-Staffel der 3. Liga, in der Leichlingen nun antritt. Viele Mannschaften aus dem Saarland, Bayern oder Baden-Württemberg sind aber auch für Hepps Team unbekannt. Ferne stimmt das eher optimistisch: „Ich glaube, dass wir sportlich eine Chance haben.“

Dass weiterhin kein Linkshänder im Rückraum zur Verfügung steht, schmerzt indes gewaltig. Die Position ist die Schwachstelle des LTV. Personelle Schnellschüsse sind vor dem Saisonstart unwahrscheinlich, was in erster Linie mit der Pandemie und den limitierten finanziellen Mitteln des Vereins zu tun hat. Leader Ferne appelliert an den Kampfgeist der verjüngten Mannschaft: „Ich will mir nicht einmal anhören müssen: Wieso habt ihr heute nicht gekämpft?“ Gelingt das, könnten die Handballer ihre Chance im Abstiegskampf nutzen.

Steht mit dem neuformierten Leichlinger TV vor einer herausfordernden Saison: Trainer Lars Hepp. Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Für den TuS 82 Opladen geht es ebenfalls nur um den Verbleib in der Liga. „Als Aufsteiger ist es das logische Ziel – zumal wir nicht über einen Riesen-Etat verfügen und erfahrene Bundesliga-Spieler verpflichten können“, sagt Trainer Fabrice Voigt. „Wir werden in der Dritten Liga um jeden Punkt kämpfen müssen. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir mithalten können.“ Die Leverkusener bereiten sich seit Monaten mit viel Vorfreude auf den Saisonstart vor und haben in zahlreichen Testspielen die Abläufe optimiert sowie Zugänge integriert.

In Tim Schröder und Oliver Dasburg fallen allerdings gleich zwei davon langfristig verletzt aus. Dass beide auf derselben Position im linken Rückraum zu Hause sind, ist für den Coach ärgerlich: „Das müssen wir mit dem Rest unseres Kaders kompensieren.“ Als Last-Minute-Verstärkung stieß Karl Nitsche vom Bergischen HC II zum Team. „Er wird eine Weile brauchen, da er länger verletzt war und noch nicht in unserem System ist“, erläutert Voigt. „Aber es ist ein gutes Gefühl, noch einen 1,97 Meter großen Spieler in der Hinterhand zu haben.“ Auf der Torhüterposition haben sich die Opladener mit Nils Thorben Schmidt verstärkt. Auf ihn wird es angekommen, da sich Eric Prützel aus beruflichen Gründen zurückgezogen hat und Michael Strock, der eigentlich kürzer treten wollte, einspringt.

Führte die Opladener Handballer in die 3. Liga und will dort bleiben: Trainer Fabrice Voigt. Foto: RP/MISERIUS (ARCHIV)

Zum Auftakt treten die Opladener am Freitag beim Longericher SC an. „Sie sind eigentlich immer oben dabei. Wir sind klarer Außenseiter.“, sagt der Coach. Auf eine große Kulisse muss sich der TuS 82 nicht einstellen. „Longerich spielt wie wir in einer kleinen Halle. Etwas über 100 Fans dürfen vielleicht dabei sein.“ Bis auf die Langzeitverletzten dürften die Leverkusener komplett sein. Fynn Johannmeyer, Joscha Rinke und Aaron Ellmann sind zwar angeschlagen, der Trainer hofft aber, dass alle drei dennoch spielen können.

„Es ist ein Derby“, betont Voigt. „Die Jungs kennen sich untereinander. Wir freuen uns riesig darauf.“ Vor allem aber hofft er, dass die Saison mit Blick auf Corona ohne größere Unterbrechungen abläuft.