Beachvolleyball: Großes Hallo für Brink/Reckermann

Beachvolleyball : Großes Hallo für Brink/Reckermann

Großer Bahnhof für das Beachvolleyball-Duo Julius Brink und Jonas Reckermann: Knapp 150 Personen erwarten die Olympiasieger am Köln-Bonner Flughafen. Am Rande verraten Familienmitglieder das Erfolgsgeheimnis der beiden: Glaube, Glück, Können – und guter Kaffee.

Großer Bahnhof für das Beachvolleyball-Duo Julius Brink und Jonas Reckermann: Knapp 150 Personen erwarten die Olympiasieger am Köln-Bonner Flughafen. Am Rande verraten Familienmitglieder das Erfolgsgeheimnis der beiden: Glaube, Glück, Können — und guter Kaffee.

Selbstverständlich sind Mutter Ruth und Vater Klaus Brink zum Flughafen Köln-Bonn gekommen, und sie werden auch geherzt vom Sohnemann, nachdem er gelandet ist. Aber kurz darauf sind Julius Brink und Kollege Jonas Reckermann wieder weg: untergetaucht im Pulk aus Mikrofonen und Kameras. Die Familienzusammenführung muss warten.

Dabei war es schon vor dem Abflug, als kaum jemand an einen Olympia-Erfolg des Beachvolleyball-Duos dachte, ähnlich. "Er kam kurz vorbei und hat seine Kaffeemaschine geholt", erzählt Ruth Brink. Dann war er wieder weg, wurde von Jonas' Frau Katja zum Flughafen chauffiert.

Der Rückflug findet mehr Beachtung. Knapp 150 Personen empfangen den Leverkusener Brink und den Kölner Reckermann, die im goldenen Kleinwagen vom Rollfeld fahren, mit großem Hallo und Sprechchören: "Deutschland, Deutschland", "So sehen Sieger aus". Zudem sehen sie etwas übernächtigt aus.

Der Wecker, beteuert Brink, habe auch nach dem Finalsieg am Donnerstag "weiter um Viertel vor sechs geklingelt — nur waren wir da noch nicht wieder da." Dann stellt er klar: "Wir waren nicht vier Tage im Delirium." Nebenan beklagt Reckermann Nackenschmerzen: "von der schweren Medaille." Das Duo genießt den Trubel, es versteht ihn als Gelegenheit, ihren Sport populärer zu machen. Zudem, sagt Reckermann, "werden uns ja nur positive Fragen gestellt."

Ruth und Klaus Brink schauen sich das Treiben aus ein paar Metern Entfernung an. Auch sie waren in London. "Nach dem Achtelfinale sind wir abgereist — wir hatten nicht länger gebucht", erzählt der Vater. Halb so schlimm, ergänzt die Mutter: In ihrem Leverkusener Wohnzimmer steht ein brandneuer Fernseher. "Da konnten wir beide ganz nah und groß sehen."

Aber manchmal habe sie nicht hinschauen könne: "Wenn es zu spannend war, bin ich nach draußen gegangen und habe gebetet." Das mit dem Beten habe sie auch im Verlauf des Endspiel-Dramas, als die Eheleute Brinks wieder auf der Tribüne in London saßen, fortgeführt. "Offenbar", sagt Ruth Brink, "hat es der Volleyball-Gott gehört." Inzwischen haben sie und ihr Mann sich erkenntlich gezeigt: Sie waren zum Dank-Gottesdienst in St. Hildegard. "Es kamen Glauben, Glück und das Können der beiden zusammen", lautet die Gold-Formel der Mutter.

Vielleicht war auch der gute Kaffee beteiligt am Erfolg. "Ja, das war unsere Quelle in unserem Appartement", sagt Julius Brink. Er und Reckermann sind beim Autogrammeschreiben vor dem Terminal angekommen. Es ist die letzte Pflichtaufgabe, bevor etwas mit der Familie geplauscht werden kann. Zügellose Entspannung steht aber kurzfristig nicht an. In knapp zwei Wochen startet die Deutsche Meisterschaft am Timmendorfer Strand an. "Wir wollen uns gut präsentieren", sagt Brink. Vermutlich nimmt er wieder seine Kaffeemaschine mit. Oder hat er sie im Goldrausch vergessen? "Nein, ich habe sie vorhin in London eingecheckt", sagt er.

(RP/rl)
Mehr von RP ONLINE