Lokalsport : Gnad hadert mit der Ligaeinteilung

In der ProB-Süd treffen die Bayer Giants auf fünf Zweitvertretungen von Basketball-Bundesligisten. Das sorgt Trainer Hansi Gnad zufolge für Brisanz.

Im Vergleich zur vorigen Saison treffen die Leverkusener Basketballer in der nächsten ProB-Spielzeit auf vier neue Konkurrenten. In der Zwölfer-Gruppe sind also ein Drittel der Teams ausgetauscht worden. "Ob die Liga dieses Jahr stärker oder schwächer ist, lässt sich kaum einschätzen", sagt Hansi Gnad. Der Cheftrainer der Bayer Giants sieht jedoch in der Südstaffel der ProB eine ganz besondere Herausforderung: fünf Reserve-Teams von Bundesligisten.

Mit den Zweitvertretungen Bayern Münchens, der Gießen 46ers, der TG Würzburg und der Frankfurt Skyliners bekamen es die Giants bereits vergangene Saison zu tun. 2018/19 kommt mit ProA-Absteiger OrangeAcademy die Ausbildungsmannschaft von Ratiopharm Ulm hinzu. "Fünf zweite Mannschaften können das Bild schon gewaltig verzerren", erklärt Gnad. "Denn nicht immer treten diese in gleicher Stärke an." Spielt die erste Mannschaft in der Bundesliga zu einer ähnlichen Uhrzeit, dürfte das ProB-Team eher geschwächt auflaufen. Hat der Klub im Oberhaus frei, stehen die größten Talente zumeist bei der Reserve auf dem Parkett.

"Das war immer schon so", sagt Gnad. "Aber fünf Mannschaften sind schon enorm - gerade, wenn man einen Blick auf die Nordstaffel wirft." Dort tritt mit der Baskets Akademie Weser-Ems nur die Oldenburger Reserve an. Der Bayer-Coach sieht aber nicht nur deshalb die Möglichkeit einer verzerrten Tabelle. Verstärkt wird das Problem durch eine Regeländerung. Künftig darf in der ProB nur noch ein Ausländer aus einem Land außerhalb der Europäischen Union eingesetzt werden. "Die größten deutschen Talente sind bei Bundesligisten unter Vertrag, kommen also regelmäßig in den Zweitvertretungen zum Einsatz", erläutert der 55-Jährige. "Früher konnten wir das mit zwei guten US-Amerikanern ausgleichen - jetzt ist es nur noch einer."

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Die Folge: Das Potenzial der Zweitvertretungen bleibt hoch. Gut möglich, dass die Reserven das Zünglein an der Waage sein werden. Gnad hat bereits vor einigen Wochen als Hauptziel das Erreichen eines Play-off-Platzes ausgerufen. Dafür müssen die Leverkusener mindestens Achter werden.

(trd)
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