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Basketball: Giants: Zufrieden trotz Auftaktniederlage

Basketball : Giants: Zufrieden trotz Auftaktniederlage

Beim 63:71 gegen den Top-Favoriten auf den Aufstieg in die erste Liga, Rasta Vechta, verkauft sich das junge Basketball-Team bestens.

Für Marc Sonnen war es eine Woche zum Vergessen. Bereits die Generalprobe beim Turnier in Herten im Finale gegen Rhöndorf hatte der 23-jährige US-Boy wegen hartnäckiger Oberschenkelprobleme verpasst, und auch die letzten Tage vor dem Saisonauftakt kämpfte sich Bayers Shooting Guard eher durch die nötigen Trainingseinheiten, um sich wenigstens etwas Wettkampfhärte anzueignen. Im Spiel bei Rasta Vechta war der Nummer 23 der Giants dies alles deutlich anzumerken. Sonnen, ansonsten ein absoluter Fixpunkt im Spiel der Riesen, lief zwar viel, ackerte unermüdlich in der Defense, doch im Angriff fehlte merklich die Bindung zu seinen Teamkollegen und zum Geschehen. Nur einer seiner sechs Versuche landete im Korb.

Trotzdem war der 1,92-Mann auf andere Weise an der 63:71 (35:34)-Niederlage seines Teams entscheidend beteiligt. Nach 33 Minuten lag seine Mannschaft mit 51:58 bei den Rasta-Männern zurück, als sich Sonnen binnen 20 Sekunden zwei Fouls leistete und damit sein persönliches Limit ausgeschöpft hatte. "Das war sicher ein Knackpunkt", befand sein Trainer anschließend: "Ich wollte ihn eigentlich nach dem vierten Foul erstmal rausnehmen, aber dann habe ich mich doch für das Risiko entschieden", sagte Achim Kuczmann. Der Plan ging allerdings nicht auf. Vechtas Chase Griffin verwandelte anschließend beide Freiwürfe sicher, die Hausherren zogen vor 3000 Zuschauern erstmals auf zehn Punkte davon. Die Giants gaben sich zwar nicht geschlagen, konnten aber auch nicht mehr entscheidend kontern.

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Kuczmann wollte sich allerdings keine Sekunde mit Schuldzuweisungen aufhalten, viel zu zufrieden war der Coach ob der Leistung seines jungen Teams gegen einen der absoluten Topfavoriten auf den Aufstieg in die BBL. Auch von einem Fehlstart will bei den Riesen vom Rhein trotz der Niederlage niemand etwas wissen, im Gegenteil: Das Gezeigte weckt große Hoffnungen. "Der Gegner hat eine solche Tiefe im Kader, das musste sich eben irgendwann bemerkbar machen. Aber wir konnten hier das Tempo bis zur letzten Minute mitgehen. Natürlich ist es schade, dass wir leer ausgegangen sind, aber ich bin trotzdem sehr stolz auf die Mannschaft", so Kuczmann.

Tatsächlich waren die Giants besonders im ersten Durchgang auf die aggressive Gangart der Gastgeber nie um eine Antwort verlegen, vor allem die Innenspieler Götz Twiehoff und Jake Koch zeigten unter beiden Körben mächtig Präsenz. Nach der Pause fanden die Niedersachsen dann aber immer besser ihren Rhythmus, die Giants bekam die gegnerische Offense kaum zu packen, auch weil das Spiel des letztjährigen Erstligisten nicht auf einen oder zwei Spieler ausgelegt war: Vechtas Topscorer Griffin und Vincent Bailey kamen gerade mal auf jeweils 13 Zähler. Letztlich setzte sich die höhere Qualität in der Breite durch.

Den Giants fehlte in Ben Spöler, der nicht rechtzeitig von seinen Achillessehnenbeschwerden genesen war, der Ausnahmekönner. Kuczmann: "Natürlich hätten wir mit Ben eine Option mehr gehabt. Bei den anderen beiden auf den großen Positionen hat am Ende immer mehr die Kraft gefehlt, aber sie haben den Job auch zu zweit hervorragend hinbekommen." Ähnlich fiel auch das Fazit des Coaches zur Leistung von Willy Manigat bei dessen ProA-Premiere für die Riesen aus. "Er hat fast schon alles gezeigt, was wir uns von ihm erhoffen", meinte Kuczmann und hob an dem 26-Jährigen hervor: "Er füllt die Rolle des Leaders hervorragend aus und kann die anderen mitreißen. Er hat nicht nur wegen seiner Punkte ein Riesenspiel abgeliefert."

(sl)