Basketball : Giants sehen die Ziellinie schon

Bei einem Sieg in Karlsruhe winkt den ProA-Basketballern der vorzeitige Klassenerhalt.

Die Vorbereitung auf das vielleicht wichtigste Spiel des Jahres beginnt mit einem Klassiker: "Wir schauen nur auf uns", betont Achim Kuczmann vor dem Kellerduell mit der BG Karlsruhe. Genauso hätte der Trainer der Bayer Giants auch sagen können "Wir haben mit Karlsruhe nach dem Hinspiel noch eine Rechnung offen" oder "Die anderen Teams haben noch mehr Erfolgsdruck als wir" – zugetroffen hätte alles. Doch der Reihe nach.

Wenn alles nach Plan läuft, können die Bayer Giants morgen mit einem Sieg bei den Badensern den Klassenerhalt in der ProA perfekt machen. Sollten Cuxhaven (in Essen) und Magdeburg (in Gießen) leer ausgehen, könnten beide wegen des direkten Vergleiches nicht an mehr an den Riesen vorbeiziehen. Das Zittern bis zum allerletzten Spieltag bliebe den Giants so erspart. Zumindest ein Auge auf die Ergebnisse der direkten Konkurrenz sollte da also schon erlaubt sein. "Der vergangene Spieltag war aus unserer Sicht natürlich hervorragend, in erster Linie aber wegen unseres Sieges, damit wir aus dem Negativstrudel herauskommen. Wenn wir unsere Spiele gewinnen, brauchen uns die Ergebnisse der anderen nicht zu interessieren", sagt Kuczmann. Gleichwohl weiß er, dass der jüngste Erfolg über Gotha die hinteren Teams noch mehr unter Druck gesetzt hat, ganz besonders den kommenden Gegner.

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Wenn Karlsruhe Bayer morgen gewähren lässt, gibt es im Badener Land kommende Saison ziemlich sicher nur noch einen ProA-Ligisten: Heidelberg. Und dass, obwohl in Lamont McIntosh (ehemals Artland Dragons) zu Rückrundenbeginn personell noch einmal kräftig nachgelegt wurde. "Karlsruhe war mit diesem Kader eigentlich auf die PlayOffs ausgerichtet, doch jetzt stehen sie so wie wir ganz unten drin, das geht natürlich an die Psyche", sagt Kuczmann. Angesichts dieses letzten zu greifenden Strohhalms geht der Coach der Riesen fest davon aus, dass die Europahalle knistern und brennen wird, auch wenn Karlsruhe überhaupt erst zwei Heimspiele gewonnen hat. Zudem waren die Resultate der Karlsruher in den vergangenen Wochen auch gar nicht so schlecht: Gegen die Topteams aus Jena und Nürnberg gab es nur knappe Niederlagen, der Tabellenzweite Crailsheim konnte auswärts geschlagen werden.

Die nötige mentale Stärke, um in diesem Abstiegsendspiel zu bestehen, haben die Giants zumindest in Teilen am Samstag gegen Gotha nachgewiesen, auch wenn Mannschaft und Trainer wissen, dass das vorletzte Auswärtsspiel der Saison, nicht nur wegen des Hinspiels (70:76) noch einmal eine ganz andere Hausnummer werden dürfte: "Das wird sicher eines der intensivsten Spiele überhaupt, in dem alle an ihre Grenzen gehen werden. Aber ich bin zuversichtlich, dass die Mannschaft den Rückenwind von letzter Woche mitnimmt und wir die Punkte einfahren", sagt Kuczmann.

(sl)