Basketball : Giants ohne Chance beim Primus

Die letzte Aktion war dem Mann des Abends vorbehalten. Jan-Peter Prasuhn verwandelte mit Unterstützung der 600 siegesgewissen Zuschauer noch schnell zwei Freiwürfe für seine Farben.

Die Spieler der Bayer Giants brauchte das nicht mehr zu interessieren. Ihre anschließende Rolle bei den Feierlichkeiten des Heimteams unterschied sich nur unwesentlich von der, die sie auch zuvor innegehabt hatten: Sie waren Statisten.

"Angesichts unserer Voraussetzungen war uns vorher klar, was uns hier erwartet, und Hannover hat auch ein super Spiel abgeliefert", fasste Achim Kuczmann das 63:115 (22:59) gegen den Primus zusammen. Seine Mannschaft konnte den Spitzenreiter zu keinem Zeitpunkt vor Probleme stellen.

Vorne setzten sich die Riesen nur selten in Szene, die Defense war dem schnellen Angriffsspiel der Hannoveraner nicht gewachsen — die 22 Punkte aus der ersten Halbzeit bedeuteten einen Saison-Minuswert.

Neben dem spielerischen Potenzial hatte der Klassenunterschied auch personelle Gründe: Den Giants fehlte in Matthias Goddek, Lennard Jördell, Lucas Welling sowie den US-Boys Jack Eggleston und Casey Robinson die halbe Mannschaft. Letzterer hatte sich im Abschlusstraining einen Nasenbeinbruch zugezogen und wird am Mittwoch operiert.

"In dieser Zusammensetzung hat die Mannschaft noch nie gespielt, das Verletzungspech hängt an uns wie die Seuche", meinte Kuczmann frustriert, wenngleich er den neun Verbliebenen hinsichtlich Einsatz und Willen ein ordentliches Zeugnis ausstellen wollte.

Vor allem unterm Korb war sein Team klar im Nachteil, wenngleich sich der Coach zufrieden mit dem ersten Auftritt von Neuzugang Matthias Brüggemann (13 Punkte, 11 Rebounds) zeigte. "Er hat seine Sache sehr ordentlich gemacht", sagte Kuczmann. "Sein Debüt war noch eine der positiven Erscheinungen." Davon gab es aber nicht viele.

Abgesehen von den ersten ProB-Punkten durch Youngster Christian Fröhlingsdorf, der trotz Erkältung mitwirkte, bot der 16. Spieltag wenig Fröhliches für die Giants. "Wir müssen dieses Spiel einfach wegstecken und nach vorne schauen. Nächste Woche schaut alles schon wieder ganz anders aus", bemerkte Kuczmann.

Nur die Tabelle wird dann noch gleich aussehen. Der Abstand auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz beträgt vier Punkte. Bei noch neun ausstehenden Runden bedeutet das zwar kein rechnerisch unmögliches Unterfangen, andererseits wird der Druck aber auch nicht weniger.

(RP)
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