Basketball : Giants gehen ans Eingemachte

Mit der Partie gegen die Licher BasketBären starten die Bayer Giants heute in die neue ProB-Saison. Das Team von Achim Kuczmann tritt erstmals in der Südstaffel an, das primäre Ziel heißt allerdings auch hier Klassenerhalt.

Die Pause dauerte lange. 193 Tage nach dem Relegations-Erfolg über die Gießen Pointers geht es für die Bayer Giants heute mit der Partie gegen die Licher BasketBären wieder "ans Eingemachte", wie Trainer Achim Kuczmann bemerkt — ein Ausblick:

Was ist neu in dieser Saison? Die neue ProB-Spielzeit beginnt genauso, wie die alte aufgehört hat — mit einem Duell gegen ein Team aus Mittelhessen. Nach ihrer Versetzung von der Nord- in die Südstaffel werden es die Giants aber nun mit Mannschaften wie Ulm, Konstanz, Augsburg und Dresden zu tun bekommen. Dies sind nicht nur weitgehend sportlich unbeschriebene Blätter für die Leverkusener, sondern sie bringen auch weit längere Anfahrtswege und -zeiten sowie weniger Gästefans bei den Heimspielen in der Smidt-Arena mit sich.

Wie ist die aktuelle Form? Gemessen an den Ergebnissen der Vorbereitung eher schlecht. Alle Testspiele gingen verloren. Auch wenn die Gegner (Herten, Dorsten, Cuxhaven) hochwertig waren, offenbarten die Giants in allen Partien gravierende Abstimmungsprobleme in der Verteidigung. "Daran werden wir arbeiten", hatte Trainer Achim Kuczmann schon nach der ersten Ernstfallsimulation gegen Iserlohn verkündet. Die Früchte waren indes auch beim jüngsten Auftritt gegen Dorsten nicht zu sehen. Gute Ansätze sind erkennbar, doch fehlt es an Konstanz. Der verletzungsbedingte Ausfall von Matthias Goddek wiegt zudem schwer. Die Fuß-OP des erfahrenen Guards ist zwar gut verlaufen, doch wann genau der 26-Jährige wieder voll belastbar ist, steht noch nicht fest.

Was muss noch besser werden? Das Loch, das durch den Abgang von Farid Sadek und Till Jönke in der Bayer-Defense gerissen wurde, ist nur schwer zu stopfen. Neben ihrem sportlichen Wert wiegt auch der "charakterliche" Verlust schwer. Hinzu kommt die Ausrechenbarkeit im Angriff. Josh Parker spielte zwar mit über 20 Punkten im Schnitt eine überragende Vorbereitung, doch Alternativen zum neuen Point Guard sind rar.

Wo liegen die Stärken? Ganz klar in der Offense. Wie schon in den Vorjahren verfügen die Riesen über reichlich Schusskraft von außen. Vor allem die US-Boys Jack Eggleston und Josh Parker werden viele Abwehrreihen vor Probleme stellen, auch der 19-jährige Michael Kuczmann ließ schon zum Ende der letzten Saison sein Potenzial aufblitzen. Weiteres großes Plus: der Teamgeist. "Der Großteil der Mannschaft ist zusammengeblieben. Durch die letzte Saison mit den vielen Verletzungen und dem harten Abstiegskampf sind wir noch enger zusammengerückt", sagt Kuczmann, der zudem alle Neuzugänge bestens integriert sieht.

Wie stark sind die Neuen? Die Giants setzen mit Akteuren wie Michael Kuczmann, Kai Behrmann, Olegas Legankovas verstärkt auf den eigenen Nachwuchs. Josh Parker ist absoluter Fixpunkt im Bayer-Spiel. Der Erfolg steht und fällt mit ihm. Götz Twiehoff und Florian Wendeler können wertvolle Ergänzungen werden, agierten bislang aber eher zurückhaltend. In Co-Trainer Stephan Ruers nimmt zudem ein alter Bekannter neben Kuczmann auf der Bank Platz.

Wie lautet das Saisonziel? Die Umgebung ist neu, die Ziele bleiben die alten. Auch gegen die Teams aus dem Süden geht es für Bayer um den Klassenerhalt. "Wir werden sicher in der unteren Hälfte um unseren Platz kämpfen müssen", sagt Kuczmann. "Viele Teams liegen eng beisammen, wir müssen von Beginn an Anschluss halten" — am besten mit einem Auftaktsieg in Lich.

(sl)