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Fußballverband Mittelrhein: Geteiltes Echo für Fortsetzung der Saison

Mögliche Fortsetzung der Saison : Geteiltes Echo für Pläne des Fußballverbands Mittelrhein

Der Fußballverband Mittelrhein hat sich auf fünf Grundsätze geeinigt, die für eine Fortsetzung der Saison gelten sollen. Das letzte Wort hat aber die Politik.

Leverkusen Seit dem 30. Oktober 2020 ruht der Fußball im Amateurbereich. Lange hielt sich der Fußballverband Mittelrhein (FVM) mit Äußerungen über die Fortsetzung der Spielzeit zurück. Vergangene Woche kam endlich etwas Bewegung in das Thema. Die Kreise des FVM informierten ihre Vereine über die Planungen zur Fortsetzung der Saison. Wann der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann, hängt allerdings nach wie vor von den Entscheidungen der Politik ab. Daher gibt es auch keinen verbindlichen Plan. Dennoch erläuterten die Kreisvorsitzenden fünf Grundsätze, die im Verband gelten sollen, sobald die Saison fortgesetzt werden kann.

 Die Ligen sollen demnach in einer Einfachrunde ausgetragen werden und die Saison an dem Spieltag fortgesetzt, an dem sie unterbrochen wurde. Die Spielzeit endet am 30. Juni und es wird eine einheitliche Wertung der Staffeln angestrebt. Es soll zudem ein Herren- und Frauenpokalsieger ermittelt werden, der an der ersten Runde des DFB-Pokals teilnimmt.

Hannes Diekamp, Trainer des SV Bergfried, würde sich über eine Fortsetzung freuen. „Die Mannschaft hat in den ersten sieben Spielen eine gute Entwicklung genommen und sich eine vielversprechende Ausgangslage verschafft. Es wäre schade, wenn wir uns dafür nicht belohnen könnten“, sagt der 33-Jährige. Die Sehnsucht, auf den Platz zurückzukehren, sei bei allen spürbar. Dennoch stehe freilich die Gesundheit an erster Stelle.

Beim FC Leverkusen freut man sich ebenfalls über die geplante Fortführung der Spielzeit. „Ich finde, dass die Saison der Fairness halber eine Wertung haben sollte“, sagt Trainer Chrisovalantis Tsaprantzis. Sicher sei jedoch auch, dass die Saison nur fortgesetzt werden sollte, wenn es die Infektionszahlen und ein entsprechendes Schutzkonzept zulassen würden, betont der 34-Jährige. Dass die Konzepte eingehalten werden können, hätten die Vereine bereits von Juli bis Oktober bewiesen.

Das Team des FCL hält sich derweil seit Januar individuell fit. Mithilfe einer App müssen die Spieler ihre Laufeinheiten dokumentieren, damit die Trainer ihre Leistungsdaten überprüfen können. Mittlerweile trifft sich die Mannschaft regelmäßig zu „Zoom“-Meetings, um gemeinsam Gymnastik zu machen, erzählt der ehemalige Mittelfeldspieler.

Stefan Müller, Trainer der Seniorenmannschaft des SV Schlebusch, ist von der Mitteilung des Verbandes hingegen enttäuscht. Die Grundsätze seien nicht im Interesse der Spieler aufgestellt, sagt Müller. Der Verband möchte die Saison voraussichtlich bereits zwei Wochen nach Trainingsbeginn fortsetzen – dafür hat der 40-Jährige kein Verständnis: „Ich habe eine Verantwortung gegenüber meiner Mannschaft und bin der Meinung, dass der Verband damit fast schon fahrlässig Verletzungen der Spieler in Kauf nimmt.“

Abgesehen davon stellen sich dem Familienvater momentan wichtigere Fragen. „Wir denken an den Fußball und haben noch nicht mal die eigenen Kinder in der Schule“, kritisiert er. Auch wenn es schön wäre, schnellstmöglich auf den Platz zurückzukehren, stünden momentan andere Dinge im Vordergrund.