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Football: Equanimeous St. Brown verpasst Einzug in den Superbowl

American Football : St. Brown verpasst Einzug in den Superbowl

Der Wide Receiver der Green Bay Packers kann gegen Tampa Bay in einer wichtigen Szene den Ball nicht fangen. Der Traum vom Finale der US-amerikanischen Profiliga NFL ist geplatzt.

Am Ende blieb grenzenlose Enttäuschung und Unzufriedenheit über die eigenen Unzulänglichkeiten. Die Green Bay Packers und Equanimeous St. Brown sind zum Zuschauen verdammt, wenn in knapp zwei Wochen in Florida der Saisonhöhepunkt der Football-Profiliga NFL ansteht. Die Packers verpassten durch eine bittere 26:31-Heimniederlage gegen die Tampa Bay Buccaneers die Teilnahme am Superbowl – und den Wide Receiver mit Wurzeln in Leverkusen wird wohl noch eine ganze Weile eine Szene Ende des dritten Viertels beschäftigen.

Green Bay schien nach zwischenzeitlich 18 Punkten Rückstand gegen den Außenseiter drauf und dran, die Partie zu drehen. Ein Touchdown von Davante Adams hatte die Packers gerade auf fünf Zähler herausgebracht – und eine Two-Point-Conversion hätte das Defizit auf drei (also nur noch ein Field Goal) verkürzt. St. Brown setzte sich in der Endzone gut von seinem Gegenspieler ab und wurde von Quarterback Aaron Rodgers anvisiert. Er brachte die Hände an den Ball, schaffte es dann aber nicht, das Spielgerät festzuhalten – und ärgerte sich nachhaltig über die ausgelassene Chance.

Nach der Pleite wurde mehr über größere Fehler von prominenten Teamkollegen gesprochen, aber das wird dem selbstkritischen Deutsch-Amerikaner nur ein schwacher Trost sein. „Es tut einfach weh. Und es tut mir weh für meine Jungs“, betonte Coach Matt LaFleur. „EQ“ war zudem das Mitgefühl zahlreicher Football-Fans in Deutschland sicher. Dem Heimatland seiner Mutter Miriam Steyer hatte er vor der Partie mit einem Trikot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und einem schwarz-rot-goldenen Halstuch modisch ein Zeichen gesetzt. Aufmerksamkeit erregte auch St. Browns Beteiligung am üblichen Säbelrasseln im Vorfeld der Partie: „Unsere Offense kann niemand stoppen.“

Wie schon die gesamte Saison bekam er als Receiver Nummer vier hinter Superstar Davante Adams, Allen Lazard und Marquez Valdes-Scantling auch gegen Tampa Bay nur wenige Chancen, seinen Beitrag zur Packers-Offensive zu leisten. Von den zwei Würfen in seine Richtung fing er den ersten für zehn Yards und einen First Down – und trug so zu einem Drive bei, den Robert Tonyan mit einem Touchdown veredelte. Weniger gut lief es dann beim Versuch der Two-Point-Conversion. Zusätzlich war St. Brown defensiv an zwei Tackles im Special Team beteiligt.

Nicht nur der letzte Auftritt der Spielzeit hielt Licht und Schatten für den Sohn einer Hitdorferin und eines US-amerikanischen Bodybuilders bereit. Die Bilanz gilt auch für seine komplette dritte Saison in den NFL. Er konnte nach über einem Jahr Verletzungspause zwar endlich wieder auf dem Feld stehen, verpasste aber gleich zum Start sechs Spiele und konnte die gesamte Spielzeit nie voll trainieren. Mit 154 Yards aus 9 gefangenen Pässen und einem Lauf für sieben Yards zeichnete er für weniger Raumgewinn verantwortlich als in seinem Premierenjahr (21 Pässe für 328 Yards und ein 5-Yards-Lauf), aber erzielte endlich seinen ersten Touchdown. Mehr als 17 Yards pro Catch sind ein starker Durchschnitt, aber die Fangquote könnte besser sein. Insgesamt 9 von 17 Pässen sicherte er sich.

Er wird in der Pause sicher hart daran arbeiten, in seiner vierten Saison bessere Zahlen abzuliefern. Das und eine Spielzeit ohne Verletzungen und Beschwerden wünschen ihm auch die Fans in Deutschland – und ganz besonders in Leverkusen.