Faustball : Faszination Faustball

Am Wochenende trägt der Leichlinger TV die Deutsche Ü 45-Meisterschaft aus. Die Veranstaltung soll auch genutzt werden, um die Sportart populärer zu machen.

Wenn am Samstagmorgen um 7 Uhr der erste Kaffee aufgesetzt wird, hat das zehnköpfige Organisationsteam mit seinen Helfern bereits das Gröbste erledigt. Dann steht das Zelt vor der Cremer-Lounge, dann sind die Basketball-Körbe in der Halle Am Hammer abmontiert und die Bierbänke aufgestellt. Und es soll keiner denken, dass sich die Seniorenklasse dann ab 9 Uhr auf dem Parkett nur ein bisschen die Füße vertritt. "Das wird schon sehr ernst genommen", sagt Stefan Hasenjäger, Abteilungsleiter Faustball beim Leichlinger TV. Am Wochenende wird Leichlingen erneut zur Faustball-Hauptstadt. Dann treffen die zehn besten Faustball-Teams Deutschlands zur Ü 45Meisterschaft an. Bis zu 300 Gäste (inklusive der Aktiven) erwartet der LTV. Neben dem sportlichen Wettkampf soll die Veranstaltung auch dazu dienen, den Sport populärer zu machen.

An Tradition mangelt es ihm jedenfalls nicht. Seit 1969 existiert beim LTV die Abteilung Faustball. Rund 135 Mitglieder bilden derzeit das Faustball-Ensemble in der Blütenstadt - Höchststand waren 150. Die ersten Frauen- und Männerteams spielen sowohl im Feld als auch in der Halle mindestens in der Zweiten Bundesliga. "Wir sind der größte Verein im Rheinland, ein Vorbild für die anderen Klubs", sagt Hasenjäger. Als Favoriten am Wochenende gelten aber andere: der Heidenauer SV aus Sachsen, der Eimsbütteler TV aus Hamburg und der TV Ochsenbach aus Baden-Württemberg. Doch auch der LTV - mit Kapitän und Trainer Hasenjäger - will oben mitspielen, möglichst eine Medaille, sprich mindestens Platz drei, ergattern.

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Neben dem sportlichen Ehrgeiz steht die Sportart selbst im Fokus. Der Faustball kämpft, analog zu allen anderen Sportarten hinter dem übermächtigen Fußball, um neue Mitglieder. "In Leichlingen haben wir da weniger Probleme, aber bei den umliegenden Vereinen krankt es sehr", sagt Hasenjäger. Da ist die Meisterschaft eine gute Gelegenheit für den Sport die Werbetrommel zu rühren. Hasenjäger streicht dabei zwei charakteristische Aspekte für den Faustball heraus: "Einmal ist der Sport sehr abwechslungsreich. Es geht um Technik, Kondition, Schnellkraft und Athletik", sagt der 48-Jährige. "Und zweitens herrscht eine unglaubliche Gemeinschaft unter den Faustballern. Es ist alles nicht so verbissen, sondern sehr herzlich - es ist eine große Faustball-Familie."

Dafür will der LTV auch am Wochenende sorgen: Etwa 95 Prozent der Spieler haben früher bereits in der Bundesliga gegeneinander gespielt. "Und das auf höchstem Niveau. Es wird also ein Wiedersehen alter Sportskollegen", sagt Hasenjäger. "Davon wird auch die Jugend einiges mitnehmen können."

(RP)