Basketball : Erster Matchball für die Giants

Die Leverkusener können mit einem Heimsieg gegen Oldenburg das Viertelfinale erreichen.

Die rund 300 Kilometer lange Rückfahrt von Oldenburg zur Smidt-Arena dauerte fast vier Stunden. Genug Zeit für die Bayer Giants, um sich über ihren hart erkämpften 86:84-Erfolg in Spiel eins des PlayOff-Achtelfinales gegen die Baskets-Akademie ausgiebig zu freuen. Kaum wieder in Leverkusen angekommen, galt die volle Aufmerksamkeit jedoch gleich wieder der zweiten Begegnung der "Best-of-three"-Serie gegen den Tabellenvierten der ProB Nord. Denn wenn es nach den Riesen vom Rhein geht, soll die morgige Partie gegen die Niedersachsen (Smidt-Arena, 19.30 Uhr) auch gleich die letzte zwischen den beiden sein. Mit einem Sieg würden sich die Giants vorzeitig fürs Viertelfinale qualifizieren, andernfalls droht am Dienstag die nächste 300-Kilometer-Fahrt in Richtung Norden.

"Wir haben eine gute Ausgangsposition – nicht mehr und nicht weniger. Natürlich wollen wir direkt den ersten Matchball verwandeln", sagt Achim Kuczmann. Der Bayer-Coach rechnet trotz des psychologischen Vorteils durch den Auftakterfolg erneut mit einem ganz engen Spiels, an dessen Ende er den eigenen Fans gerne eine Siegesfeier schenken würde. "Wir werden sogar noch einen Tick besser spielen müssen als beim ersten Mal", sagt er. Bei allem Respekt vor dem Gegner regiert in der Rundsporthalle ungebrochene Zuversicht, was ein vorzeitiges Weiterkommen angeht. Vor allem die Nervenstärke und die Ruhe seines Teams haben Kuczmann in Oldenburg schwer imponiert. "Man darf nicht vergessen, dass keiner der beteiligten Jungs über PlayOff-Erfahrung verfügt", meint Kuczmann. Hinzu kommt das Handicap der Verletzung von Kapitän Matthias Goddek, der seinem Team mindestens noch zwei Wochen fehlen wird. Doch die anderen kompensierten ihre vermeintliche Unerfahrenheit mit Mut, Unbekümmertheit und dem schon die gesamte Saison wichtigsten Leverkusener Trumpf: mannschaftlicher Geschlossenheit. "Die Jungs machen sich in ihren Aktionen keinen Kopf, und wenn einer Fehler macht, werden sie im Kollektiv ausgebügelt. Das macht uns so stark", sagt Kuczmann.

Und wenn es doch mal kritisch wird, so wie in der Schlussphase von Spiel eins, dann gibt es ja Josh Parker. Dass sich seine Mitspieler an ihm und seinem Landsmann Jack Eggleston aufrichten können, hatten die US-Boys schon in der Vorrunde mehrfach bewiesen. In Oldenburg bewiesen beide, dass auch in der K.o-Runde Verlass auf sie ist. "Was Josh in solchen Momenten veranstaltet können nur ganz wenige", sagt sein Trainer.

(sl)