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Equanimeous St. Brown: Das Lob von Aaron Rodgers treibt ihn an

Serie: Im Gespräch mit „EQ“ : Das Lob des Superstars treibt St. Brown an

Nach überstandener Knöchelverletzung ist die Vorfreude auf die neue NFL-Saison bei Football-Profi Equanimeous St. Brown groß. Im Gespräch mit unserer Redaktion verrät der Passempfänger seine Ziele – und was ihm das Lob von Aaron Rodgers bedeutet.

Einem anderem als Equanimeous St. Brown könnten solche Lobeshymnen wohl etwas zu Kopfe steigen. Aber der junge Football-Profi in Diensten der Green Bay Packers ist zum Start in die heiße Phase der Vorbereitung geerdet und ehrgeizig genug, um die Schwärmereien der vergangenen Tage als Ansporn zu verstehen, noch mehr an sich zu arbeiten. Neben Fans und Journalisten setzen auch drei zentrale Figuren des NFL-Teams große Hoffnung auf die Rückkehr des Wide Receivers (Passempfängers) mit Leverkusener Wurzeln.

Den Anfang machte bereits im Frühjahr Quarterback Aaron Rodgers, der sonst nicht besonders schonend mit seinen Anspielstationen umgeht. „Es wird eine große Freude sein, ihn wieder gesund zu sehen“, hatte er betont und die Einstellung, das Spielverständnis und die Entwicklung von St. Brown besonders herausgestellt. So viel Lob vom Star des Teams fühlte sich nach der verletzungsbedingten Zwangspause vergangene Saison natürlich besonders gut an. „Was er gesagt hat, gibt mir Auftrieb“, sagte St. Brown im zweiten Teil des Gesprächs mit unserer Redaktion.

Der Deutsch-Amerikaner hat sich diese Anerkennung allerdings auch verdient. In seiner Rookie-Saison 2018 hatte er als Neuling nicht nur 21 gefangene Pässe für 328 Yards Raumgewinn erzielt. Mehr noch beeindruckte Fachleute die Tatsache, wie weit er sich bei den insgesamt 36 Wurfversuchen auf ihn (gefangene wie nicht gefangene) jeweils von seinem Gegenspieler absetzen konnte. In dieser Statistik („target separation“) belegte der 23-Jährige mit durchschnittlich 1,79 Yards (ca. 1,64 Metern) Abstand zum nächsten Verteidiger einen aufsehenerregenden zehnten Platz unter allen NFL-Receivern. Bis zu seiner Verletzung hatte er auch 2019 in der Vorbereitung überzeugt.

Nun ist die Hoffnung groß, dass die ausgezeichnete Entwicklung weitergeht. Wenn es nach den Verantwortlichen der Packers geht, dann wird 2020 ein hervorragendes Jahr für St. Brown. „Es wird großartig sein, ihn zurückzubekommen. Sein Fehlen letztes Jahr hat uns wirklich wehgetan“, betonte Coach Matt LaFleur. Und auch General Manager Brian Gutekunst ist ein ausgesprochener Fan des Receivers, dem er „eine strahlende Zukunft“ prophezeit. „Wir setzen wirklich auf ihn und seine Entwicklung. Ich bin glücklich, dass er gesund zurück ist“, sagte er.

Dazu passt, dass die Packers überraschend nicht ein einziges Receiver-Talent beim Draft auswählten. „Das war sehr überraschend. Ich sehe das auch als Vertrauensbeweis für mich“, kommentiert „EQ“ die anschließend heiß diskutierte Taktik des Teams für die jährliche Talenteauswahl. Dass nach dem Weggang von Geronimo Allison (zu den Detroit Lions) dessen Ersatz Devin Funchess (von den Indianapolis Colts) die von der Liga angebotene Corona-Auszeit für die im September beginnende Saison nimmt, dürfte St. Browns Möglichkeiten weiter verbessert haben.

„Meine Chancen auf einen Platz im Team bewerte ich als gut“, sagt er dementsprechend selbstbewusst. Das heißt jedoch nicht, dass St. Brown nicht weiter hart an sich arbeiten will, wie er es schon während des Corona-Lockdowns gehalten hat. Und auch an Respekt für die Kollegen lässt er es bei aller Rivalität nicht mangeln. Im Gegenteil: „Wir haben eine starke Receiver-Gruppe. Die Konkurrenz ist groß“.

Gefreut hat sich der Sohn einer Hitdorferin vor dem Start in das Trainingscamp, das in Zeiten von Corona unter besonderen Schutzmaßnahmen stattfindet (ohne Fans, mit regelmäßigen Tests und Maskenpflicht auf dem gesamten Trainingsgelände), nicht nur auf Ballverteiler Aaron Rodgers und Running Back Dexter Williams. Auch das Wiedersehen mit seinen Mit-Receivern wie Superstar Davante Adams oder Marques Valdes-Scantling – wie Williams auch einer seiner Nachbarn in Green Bay – erhöhte die Vorfreude bei der Rückkehr zum Team.

Die erfolgte durch den Lockdown bekanntlich etwas verspätet. „Aber das war für mich persönlich gar nicht so schlecht“, sagte er. Denn so hatte er Zeit, die Verletzung ordentlich auszukurieren und sich mit dem ihm eigenen Fleiß wieder in Form zu bringen. „Jetzt fühle ich mich sehr fit“, versicherte St. Brown. Und diese Fitness nährt seine Hoffnung auf eine – persönlich wie mit dem Team – erfolgreiche dritte NFL-Saison.