Equanimeous St. Brown arbeitet hart für große Ziele in der NFL

Zweite Saison in der Profiliga : „EQ“ arbeitet hart für seine großen Ziele in der NFL

Der 22-jährige Profi-Footballer mit Leverkusener Wurzeln hat sich mit den Green Bay Packers viel vorgenommen.

Der neue Spielplan der US-Football-Profiliga NFL scheint wie gemacht für Equanimeous St. Brown zu sein. Seine Green Bay Packers bestreiten das Eröffnungsspiel gegen die Chicago Bears und stehen gleich voll im Fokus. Der Wide Receiver (Passempfänger) mit Leverkusener Wurzeln setzt alles daran, in diesem Prestige-Duell auf dem Feld zu stehen. Doch bis zum Klassiker am 6. September wartet auf „EQ“ und seine Teamkollegen zunächst eine Menge Arbeit. Schließlich gilt es, bis dahin das Zusammenspiel zu verfeinern. Das ist schwerer als gewöhnlich, weil mit Matt LaFleur ein neuer Headcoach das Sagen hat, der hunderte neue Spielzüge mitbringt. Die Ansprüche sind gestiegen. Nach zwei verpassten Play-off-Teilnahmen wollen die Packers um Star-Quarterback Aaron Rodgers endlich wieder an den Ausscheidungsspielen teilnehmen.

Dafür schuftet nicht nur das Team, sondern auch jeder einzelne Spieler. EQ beispielsweise hat sich während der Monate bis zum offiziellen Trainingsstart in Green Bay im heimischen Kalifornien so gut wie keinen Urlaub gegönnt. „Vier Tage war ich mit Freunden in Las Vegas und einmal zur Graduation eines Freundes in New York“, sagt das Talent. Er fiebert seinem zweiten Jahr in der NFL entgegen. Abgesehen davon blieb keine Zeit zum Müßiggang. Fünfmal die Woche standen für ihn Krafttraining und die Arbeit mit einer Ballwurfmaschine auf dem Programm. Zweimal die Woche arbeitete er mit einem speziellen Receiver-Coach.

Dass die Packers trotz des Abgangs von Superstar Randall Cobb darauf verzichtet haben, bei der Talentziehung neue Wide-Receiver-Talente auszuwählen, wertet EQ als gutes Zeichen. Aber in den Bemühungen nachlassen wolle er natürlich trotzdem nicht. „Mein Fokus wäre so oder so gewesen, hart zu trainieren und immer besser zu werden. Bis in die neue Saison muss jeder – auch ich – sich jede Woche neu beweisen“, betont er.

Er ist sich der Mechanismen des knallharten Football-Geschäfts bewusst. Seine durchaus ordentliche Rookie-Saison ist noch lange keine Garantie dafür, auch zum endgültigen Kader zu gehören. „Ich sehe jeden Receiver, auch die nach dem Draft noch unter Vertrag genommenen, als Konkurrenten. Das ist völlig klar“, sagt er. Allerdings räumen Experten dem Deutsch-Amerikaner gute Chancen ein, weiter dabei zu sein und den nächsten Schritt gehen zu können. Eine der anspruchsvollsten Aufgaben in der Vorbereitung ist das Lernen von rund 400 neuen Spielzügen. „Viele kann ich schon und es kommt jeden Tag Neues dazu. Aber das ist kein Problem für mich“, versichert EQ.

Er träumt nach den ersten Passfängen auf der großen Profi-Bühne nun von mehr Spielzeit und natürlich auch vom ersten Touchdown. Viel wichtiger ist ihm aber der Erfolg des Teams. Und hier sind die Ziele nicht weniger anspruchsvoll: „Wir wollen in die Play-offs und natürlich auch in den Superbowl.“ Einen guten Eindruck hat er während der ersten Einheiten noch ohne Schulterpolster (den sogenannten „Organized Team Activities“) vom jungen Coach Matt LaFleur gewonnen. Von dessen Qualitäten war er ohnehin schon seit der Bekanntgabe der Verpflichtung überzeugt. Schließlich hatte sein College-Kumpel und Packers-Teamkollege DeShone Kizer in Notre Dame bereits mit LaFleur zusammengearbeitet. „Er hat eine sehr hohe Meinung von ihm“, betont St. Brown.

Dass verstärkt junge Coaches wie LaFleur oder Sean McVay in die NFL drängen, findet der Sohn einer Hitdorferin hervorragend: „So kommen auch neue Ideen in der Liga. Und das wird dem Football nur guttun.“

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