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Equanimeous "EQ" St. Brown: Football-Brüder finden kreative Lösungen

Privattraining in der Garage : Football-Brüder finden kreative Lösungen

Die Corona-Krise trifft die USA hart. Das zwingt auch „EQ“, Osiris und Amon-Ra St. Brown zur Improvisation in der Vorbereitung.

Die dramatische Entwicklung in der Corona-Krise wirbelt auch in den USA die Sportwelt kräftig durcheinander. Im American Football soll die neue Saison zwar erst Ende August (in den College-Ligen) oder gar im September (in der Profi-Liga NFL) starten. Aber an eine geordnete Vorbereitung ist für die Teams derzeit natürlich nicht zu denken – und damit auch für drei Brüder mit Wurzeln in Leverkusen-Hitdorf und reichlich Talent und Perspektive auf der Position des Wide Receivers (Passempfängers). Equanimeous, Osiris und Amon-Ra St. Brown nehmen den Virus und die geltenden Schutzregeln sehr ernst, haben sich aber etwas einfallen lassen, um dennoch nicht ganz auf das wichtige Training verzichten zu müssen.

Equanimeous, mit 23 Jahren der älteste der Brüder, und beim NFL-Team Green Bay Packers unter Vertrag, brennt besonders. Nach einem Jahr Verletzungspause will er in der neuen Spielzeit die Chance nutzen, sich endgültig zu etablieren. Dazu hat er sich für die Pause mit seinem guten Freund und ehemaligen Teamkollegen (am College und bei den Packers) DeShone Kizer, der passenderweise Quarterback ist, ein Haus im kalifornischen Newport Beach gemietet. Da auch in den USA alle Fitnessstudios zwangsweise schließen mussten, hat St. Browns Vater seine Kontakte spielen lassen und eine Trainingsmöglichkeiten in einem nahe gelegenen Privat-Gym (in einer Garage) organisiert.

Dazu absolviert „EQ“ ein tägliches Reha-Programm zur Stabilisierung des Anfang vergangene Saison lädierten Sprunggelenks und fährt drei Mal pro Woche nach Los Angeles zur Arbeit mit seinem persönlichen Receiver-Coach. Kontakt zu den Packers und seinen Trainern dort hält er per Telefon – auch um abzusprechen, worauf er bei seinem Training achten soll. An eine Rückkehr nach Green Bay ist vorerst nicht zu denken. Spieler, die zurückkehren würden, müssten erst einmal zwei Wochen in Quarantäne. Außerdem sind das Lambeau Field und alle Trainingsanlagen ohnehin gesperrt. Deshalb hat das Team allen Spielern geraten, dort zu bleiben, wo sie aktuell sind, solange sich die Lage in Sachen Corona nicht ändert – was derzeit noch nicht abzusehen ist.

Bei allem Fokus auf den Sport macht sich die Trainingsgruppe in Newport Beach, zu den auch der mittlere St. Brown-Bruder Osiris gehört, natürlich viele Gedanken über die bedrückende Lage und tauscht sich via Twitter und in Gesprächen viel über die aktuelle Entwicklung rund um die Virus-Pandemie aus. Für willkommene Abwicklung neben Training und solchen ernsten Unterhaltungen sorgen in Zeiten der Ausgangssperre in Kalifornien gemeinsame Spiele. Neben der Konsole stehen dabei Rummikub und Monopoly hoch im Kurs.

Osiris und der jüngste St. Brown-Bruder Amon-Ra, der nach einer Operation an der Sportlerleiste (Sportshernia) bei den Eltern lebt und noch nicht voll trainieren darf, vernachlässigen aber auch ihr Studium nicht. Sowohl die University of Southern California (Amon-Ra) als auch die Stanford University (Osiris) haben ihre Pforten geschlossen. Nur wenige Studenten durften mit Sondergenehmigung bleiben und die Seminare werden online abgehalten – inklusive Überprüfungen.

Sowohl Stanford Cardinal als auch die USC Trojans (die Football-Teams der beiden) haben ihr Frühjahrs-Trainingscamp noch vor den Einschränkungen durchgeführt, wobei Amon-Ra durch seine Operation aussetzen musste.

Einig sind sich alle drei Brüder darin, dass sie zwar Respekt, aber keine Angst oder Panik verspüren. Vor die Tür gehen sie wie erlaubt nur zum Training oder zum Einkaufen. Und für den Fall der Fälle stärken sie ihr Immunsystem mit reichlich Vitaminen. Mit denen versorgt die St. Browns ihre aus Hitdorf stammende Mutter Miriam (geborene Steyer). Nun hoffen die Receiver, dass die Krise möglichst schnell überstanden ist. Dann hätte das Leiden durch Corona ein Ende, was ihnen natürlich am wichtigsten ist. Und nebenbei hätte das natürlich auch den schönen Nebeneffekt, dass auch der Football wieder zur Normalität zurückkehren könnte.