Handball: Engel erwischt Traum-Tag

Katrin Engel avancierte mit 15 Treffern beim 34:26-Sieg der Elfen über Trier zur Matchwinnerin.Neben der Österreicherin überzeugte auch Torhüterin Lena Knipprath nach ihrer Einwechslung.

Der kleine TV-Drache Grisu, dazu Elfen und Miezen – das klingt nach dem Stoff für einen vergnüglichen Fernsehnachmittag mit der Familie. Statt vor der Glotze verbrachten viele junge Fans von Bayers Handballerinnen gestern ihre Zeit in der Smidt-Arena und bekamen bei gleicher Zutatenliste Kurzweil und Unterhaltung geboten – Happyend inklusive. Denn die Leverkusenerinnen (genannt: Elfen) besiegten im letzten Heimspiel der Punktrunde Trier (genannt: Miezen) deutlich mit 34:26 (15:11). Beste Spielerin auf dem Feld war Katrin Engel. Und der Spitzname der österreichischen Nationalspielerin, die stolze 15 Tore (elf davon aus dem Feld) erzielte? Grisu. Wie der Fernseh-Drache mit dem ungewöhnlichen Berufswunsch.

Ihrem Teamnamen entsprechend märchenhaft agierten die Elfen zwar in einigen Passagen, verspielten die deutlichen Führungen (6:1, 16:11, 21:16) aber durch schludrige Passagen stets wieder und lagen nach sechs Gegentreffern in Folge in der 45. Minute sogar mit 21:22 zurück. Dass Bayer im Anschluss einen vergleichsweise deutlichen Acht-Tore-Sieg herausspielte, war zum einen das Verdienst von "Grisu", zum anderen das von Lena Knipprath, die ihren Dienst im Tor als Vertretung von Kapitän Clara Woltering (Muskelprobleme) deutlich effektiver (vier Gegentore, sieben Paraden) versah als zuvor Laura Glaser. Durch die vielen Paraden konnte sich Bayer sogar erlauben, ein wenig zu zaubern: Lyn Byl traf nach Bodenpass von Engel, Steinbach schloss einen Kempa-Trick erfolgreich ab.

Mit dem Sieg ist endgültig klar, dass Leverkusen als Zweiter der Punktrunde in die Playoffs geht. Der Gegner dort ist noch nicht klar, wohl aber die Paarung für das Halbfinale um den DHB-Pokal beim Final Four-Turnier in Riesa (1. und 2. Mai). Das Team von Trainerin Renate Wolf bekommt es zunächst mit Buxtehude zu tun. "Das passt mir ganz gut. Wir wollen dort Großes leisten", versprach sie den Fans, um deren Unterstützung sie für das Pokal-Wochenende in Sachsen bat.

Miezen-Coach Thomas Happe traut seiner Kollegin und deren Schützlingen sogar weit mehr zu. "Es ist endlich mal an der Zeit, dass die Meisterschaft in diesem Jahr nach Leverkusen geht", sagte er unter dem Jubel der Elfen-Fans, die er anschließend lobte ("phantastisches Publikum").

Bayer: Woltering, Glaser, Knipprath – Byl (3), Zapf (4), Garcia-Almendaris (4), Müller (2), Loerper (1), Bönighausen (1), Glankovicova (1), Ahlgrimm, Steinbach (3), Engel (15/4).

(RP)