Lokalsport: Elfen zeigen gegen den Meister einen Krimi ohne Happy End

Lokalsport: Elfen zeigen gegen den Meister einen Krimi ohne Happy End

Es wurde der erhoffte Krimi mit Prickelfaktor. Das hätte auch Alfred Hitchcock kaum spannender hinbekommen. Nur das erhoffte Happy End verpassten Bayers Handballerinnen beim 27:28 (13:13) gegen Tabellenführer Thüringer HC - und das denkbar knapp. Wenige Augenblicke fehlten den Elfen, um ihre furiose Aufholjagd zu einem glücklichen Abschluss zu bringen. THC-Coach Herbert Müller jedenfalls schien mehr als erleichtert, als die Schlusssirene dem Bangen ein Ende setzte.

"Auf geht's! Verzaubert uns!", hatte das Social Media-Team der Elfen das Team mit Blick auf den Spitznamen aus der Welt der Märchen und Sagen aufgefordert - und die Schützlinge von Trainerin Renate Wolf kamen diesem Wunsch nach. Ein wenig Zauberkraft schien schon im Spiel zu sein, als die Leverkusenerinnen die Begegnung mit dem großen Favoriten vor der Pause ausgeglichen hielten. Mit einem 13:13 wurden die Seiten getauscht.

Doch dann war plötzlich der Wurm drin. Oder um im magischen Sprachbild zu bleiben: Thüringens Taktik, in der Offensive mit sieben Feldspielern zu agieren, erwies sich für Wolfs Schützlinge als tückischer Gegenzauber, für den sie erst zu spät das passende Mittel fanden. Das wiederum enthielt eine große Dosis Kim Braun. Die junge Belgierin glänzte als vorgezogener Posten in der Verteidigung und traf vorne fast nach Belieben. Ihre fünf Treffer - alle in der Zeit der Aufholjagd - waren ein wichtiger Faktor, weshalb die Elfen den Rückstand von acht Toren in der 44. Minute noch einmal auf einen verkürzen konnten.

Bei aller Enttäuschung über den unglücklichen Ausgang des Krimis: Auf diese Leistung und Moral können die Leverkusenerinnen stolz sein. Die guten Ansätze wollen und müssen sie nun in die nächsten Partie mitnehmen. Denn im Bundesliga-Klassement rangieren sie nach der Niederlage gegen den Branchenführer nur noch auf Rang sieben - und damit außerhalb der angepeilten Qualifikationsplätze für den Europapokal. Die nächste Chance auf Punkte besteht kommende Woche. Dann bestreitet Bayer das Nachbarschaftsduell bei Borussia Dortmund. Während die Elfen Primus Thüringen das Leben schwer machten, trotzte der Tabellenachte dem Zweiten Bietigheim ein überraschendes Remis ab.

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Nach dem Spiel in Dortmund steht für Amelie Berger ein besonderer Termin an: Die Abreise zum ersten Lehrgang mit der Nationalmannschaft. Der neue Bundestrainer Henk Groener verzichtet neben der verletzten Jennifer Rode auch auf die WM-Starterinnen Katja Kramarczyk und Jennifer Karolius.

Elfen Kramarczyk (1), Fehr - Jurgutyte (3), Seidel (6/2), Braun (5), Mietzner, Zschocke (1), Potocki (1/1). Bruggeman, Karolius (3), Gedroit (2), Berndt (4), Jochin, Berger (1), van de Wiel, E. Rode.

(kre)