Handball : Elfen träumen das Europapokal-Märchen

Im Achtelfinal-Hinspiel im EHF-Pokal gegen Bundesliga-Spitzenreiter Buxtehude gelingt ein 31:29-Überraschungserfolg. 700 Fans feiern.

Die Mehrzahl der rund 700 Zuschauer in der Smidt-Arena steht auch nach der Schluss-Sirene und klatscht ausdauernd weiter. "Sowas hat man lange nicht gesehen, so schön", dröhnt es aus den Hallenboxen. Und Bayers Handballerinnen? Die begreifen noch gar nicht so recht, welches Heldenstück ihnen da im Europapokal-Hinspiel gegen den aktuellen Bundesliga-Spitzenreiter Buxtehuder SV gelungen ist. Erst zögerlich, dann angemessen ausgelassen, feiern sie den 31:29 (15:15)-Erfolg. Klar, auch Trainerin Renate Wolf ist klar, dass ein Zwei-Tore-Vorsprung kein Ruhekissen für das Achtelfinal-Rückspiel am Samstag ist. Aber für den Moment genießt auch sie das Lob, dass sich die in den letzten Wochen arg (aber oft zurecht)gescholtenen Elfen diesmal redlich verdient hatten.

Das Erfolgsrezept der Leverkusenerinnen war ebenso einfach wie anspruchsvoll: Hinten agierten sie meist sicher und machten Buxtehude das Leben mit einer aggressiven Deckung schwer. Dazu war Valentyna Salamakha glänzend aufgelegt. Vorne kamen die Elfen auch deshalb zu vielen Erfolgen, weil sie trotz hohem Tempo oft präzise agierten und ein Trio schnell auf Touren kam. Zwar hatten Kim Naidzinavicius (acht Tore), Anne Jochin und Jennifer Rode (je sieben Treffer) einzeln das Nachsehen gegen Buxtehudes Topscorerin Jessica Oldenburg (elf Tore). Im Verbund reichte es jedoch.

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Und wer weiß, wie groß das Polster ausgefallen wäre, hätten sich die Leverkusenerinnen unmittelbar vor der Pause nicht selbst um den Ertrag starker 25 Minuten gebracht, in die sie mit einem 4:0 gestartet waren und zwischenzeitlich sogar mit fünf Treffern führten. "Da waren wir leider zu dämlich, haben hintereinander drei Bälle verschenkt und den Gegner so eingeladen. Und zack, stand es zur Pause unentschieden", sagte Wolf. Beim Verwalten eines Resultats seien noch einige Defizite zu erkennen, kritisierte sie. Umgekehrt rechnete die Chef-Elfe es ihrem Team aber hoch an, dass es im zweiten Durchgang mit Kampf, Elan und einem unbändigen Willen zurück in die Erfolgsspur fand. Und damit rissen die Leverkusenerinnen das in diesem Jahr noch nicht besonders verwöhnte Publikum in der heimischen Smidt-Arena mit.

Für eine schöne Randnotiz sorgte Ruta Latakaite-Willig. Nach der Partie beendete Wolf das Rätselraten um das erneute Fehlen der routinierten Rückraumkraft. Die hat ihre Verletzung lange überwunden. "Aber sie ist in anderen Umständen", gab die Trainerin bekannt. Die Schwangerschaft hat aus sportlicher Hinsicht jedoch auch einen Haken: Latakaite-Willig wird in der laufenden Saison nicht mehr zum Einsatz kommen.

(kre)