Handball: Elfen sorgen für reichlich Gesprächsstoff

Handball : Elfen sorgen für reichlich Gesprächsstoff

Bei ihrem Start in die Liga-Rückrunde morgen in Oldenburg werden die Bayer-Handballerinnen begleitet von Diskussionen darüber, wer Trainerin Heike Ahlgrimm im nächsten Jahr ins Amt folgen könnte.

Ehe Bayers Handballerinnen am Samstag beim VfL Oldenburg nach der WM-Pause in die Bundesliga-Rückrunde starten (16.30 Uhr), gibt es reichlich Gesprächsstoff: die Partie selbst, das Abschneiden bei der WM und die Trainerfrage bei den Elfen.

Die Trainerfrage: Die angekündigte Trennung von Heike Ahlgrimm zum Saisonende sorgt für Gesprächsstoff in der Handball-Szene. Schon wird wild spekuliert, wer "Ahli" beerben könnte. Die meisten Experten favorisieren dabei eine typische Leverkusener Lösung, will heißen: eine Trainerin, die selbst auf hohem Niveau aktiv war, etwas Stallgeruch mitbringt und bewiesen hat, dass sie junge Spielerinnen weiterentwickeln kann.

In dieses Schema passen neben Managerin Renate Wolf, deren Rückkehr auf die Trainerbank Fachleute nicht ausschließen wollen, vor allem Ildikó Barna und Meike Neitsch. Barna war einst mit der ungarischen Auswahl, zu deren Stammbesetzung sie über viele Jahre gehörte, Vize-Weltmeisterin (1982), spielte drei Jahre in Leverkusen (1988 bis 1991) und war von 2000 bis 2006 als Nachwuchstrainerin für den DHB tätig. Zuletzt coachte sie Koblenz/Weibern. Nachdem sich Barna einen Kreuzbandriss zugezogen hatte, wurde sie dort aber entlassen. Enger noch sind die Drähte zu Neitsch. Schließlich trainiert die einstige Nationalspielerin, die in Leverkusen als Verantwortliche für die A-Juniorinnen noch in bester Erinnerung ist, den Wuppertaler Drittligisten Beyeröhde, dessen Kooperation mit den Elfen mit dem Doppelspielrecht der Münch-Schwestern Sandra und Mandy bereits erste Früchte getragen hat. Würde Bayer überraschenderweise auf einen männlichen Coach setzen, gilt Thorsten Schmidt (Bensheim/Auerbach) als möglicher Kandidat.

Die Weltmeisterschaft: Am Ende standen Tränen bei den Deutschen Handballerinnen, die knapp das Halbfinale des Turniers verpassten. Viel Spielzeit erhielten dabei die Elfen Kim Naidzinavicius und Marlene Zapf. Sie durften mit ihrem Beitrag nicht unzufrieden sein. Allerdings blieb bei beiden auch Luft nach oben. Die Statistik von Naidzinavicius, durch Kerstin Wohlbolds Kreuzbandriss stärker in der Verantwortung als zuvor gedacht, konnte den gestiegenen Ansprüchen noch nicht voll gerecht werden. Und Zapfs Bilanz wäre weit beeindruckender ausgefallen ohne eine ganze Reihe von Pfostentreffern.

Das Spiel in Oldenburg: Mit Blick auf das Treffen sorgt eine Personalie für Zündstoff. Die Leverkusenerinnen haben nicht vergessen, wie Nationalspielerin Angie Geschke sich bei ihrem kurzen Gastspiel bei den Elfen verhalten hat. Die Auftritte der vermeintlichen Hoffnungsträgerin im Trikot mit dem Bayer-Kreuz kamen einer Arbeitsverweigerung gleich. Und das Gefühl, dass hinter den desaströsen Leistungen Absicht gesteckt haben könnte, erhielt dadurch reichlich Nahrung, dass Geschke gleich nach der Vertragsauflösung in Leverkusen bei ihrem Ex-Klub Oldenburg anheuerte — wobei erschwerend ins Gewicht fiel, dass als ihr mit Abstand schwächstes Spiel für die Elfen die Hinspiel-Niederlage gegen den VfL in Erinnerung geblieben ist. Mit einem deutlich freundlicheren Hallo darf die zweite Ex-Elfe bei den Norddeutschen, Anna Loerper, rechnen.

(kre)