Handball: Elfen setzen gegen Leipzig ein Ausrufezeichen

Handball : Elfen setzen gegen Leipzig ein Ausrufezeichen

Zum Start in die Rückrunde bezwingen die Bayer-Handballerinnen den HC Leipzig dank einer furiosen zweiten Halbzeit mit 35:26.

Als Abteilungsleiter Andreas Thiel auf der Weihnachtsfeier von Bayers Handballerinnen drei Siege aus den nächsten drei Begegnungen forderte, hielten nicht wenige Handballfreunde diese Vorgabe des "Hexers" für vermessen. Schließlich beinhaltete das auch einen Erfolg über den HC Leipzig, den die Elfen seit fast fünf Jahren nicht mehr vor eigenem Publikum bezwungen hatten. Gestern jedoch konnte der sichtlich vergnügte Weltklassehandballer von einst den vermeintlichen Experten ihre Skepsis wie einen Spiegel vorhalten. Nicht nur, dass Bayer den ersten Heimsieg gegen den ewigen Rivalen aus Sachsen seit dem Frühjahr 2008 feiern konnte. Mit dem 35:26 (16:16) setzten die Leverkusenerinnen zum Rückrundenstart auch ein echtes Ausrufezeichen.

Dass eine furiose zweite Halbzeit nach Gleichstand zur Pause zum beeindruckenden Neun-Tore-Vorsprung in der Endabrechnung reichte, dürfen neben Leipzig auch die übrigen drei Spitzenteams als Kampfansage verstehen, die es in den kommenden beiden Wochen mit den selbstbewussten Elfen zu tun bekommen. "Das war unsere bislang konzentrierteste Leistung", befand Thiel und meinte damit vorwiegend den zweiten Durchgang, als hinten die Abwehr sicher stand, dahinter Torfrau Natalie Hagel eine Kostprobe ihres Könnens gab und vorne fast alles gelang. Egal, welchen taktischen Kniff die Gäste ausprobierten – etwa eine Sonderbewachung für Laura Steinbach –, der Offensive der Elfen mit den überragenden Steinbach (sieben Tore) und Kim Naidzinavicius (zehn Treffer) kamen sie einfach nicht bei.

"Wir haben alles versucht, und es hat einfach nichts geklappt", gestand Gäste-Coach Stefan Madsen ein. Elfen-Trainerin Heike Ahlgrimm bemängelte lediglich die zu zaghafte Verteidigung vor der Pause und zeigte sich ansonsten überglücklich. "In der zweiten Hälfte haben wir uns zusammengerauft, und jede hat für die andere mitgekämpft. Es war wirklich toll, einmal zu sehen, zu was wir in der Lage sind", schwärmte sie. Die eigene, eher unauffällige Leistung im ersten Spiel nach ihrer Mittelohrentzündung schmälerte die Freude von Nationalspielerin Marlene Zapf über den Sieg zu ihrem 23. Geburtstag nicht. Und ein Tor gelang ihr immerhin auch – Mitte der zweiten Halbzeit per Siebenmeter, als die gefoulte Naidzinavicius nicht selbst werfen wollte.

Auch die Zuschauerzahl passte zum freudigen Ereignis. Denn die Elfen schafften einen neuen Saisonrekord. Mit 1800 Zuschauern kamen rund 100 mehr als vor Wochenfrist gegen Metzingen. Wer nicht da war, hat ohne Zweifel etwas verpasst und nicht genau genug zugehört, als Managerin Renate Wolf ihren Ausblick auf die Partie wagte. Schließlich hatte sie ein packendes Spiel in Aussicht gestellt.

Viel Zeit für ausgedehnte Feiern bleibt den Elfen nun nicht. Sie sind schon am Mittwoch wieder gefordert. Dann sind sie bei niemand Geringerem zu Gast als dem amtierenden Meister und großen Titelfavoriten Thüringer HC. Das nächste Heimspiel folgt am Sonntag, wenn der Tabellenführer Buxtehude zu Gast in der Smidt-Arena sein wird.

(RP)