Lokalsport : Elfen kassieren Last-Minute-Ausgleich

Das Team von Renate Wolf liefert gegen die Favoriten aus Buxtehude lange Zeit eine herausragende Leistung ab. In der Schluss-Sekunde fehlt den Elfen aber das Glück - am Ende heißt es 31:31. Die Trainerin ist trotzdem zufrieden.

So viel Spannung hätte auch einem Streifen von Alfred Hitchcock zur Ehre gereicht. Ganze sechs Sekunden waren noch auf der Spieluhr in der Smidt-Arena, als die Gäste ihren Freiwurf ausführten. Und just, als es aussah, als könnten Bayers Handballerinnen ihre 31:30-Führung gegen den Buxtehuder SV über die Zeit bringen, kam - wie bei Hitchcock - das grausige Ende. Aus weiter Entfernung holte Jana Podpolinski zum Wurf aus. Als der Ball im Netz zappelte, ertönte die Schluss-Sirene. Und während die Torschützin im wilden Jubelknäuel unter mehreren Mitspielern fast erdrückt zu werden drohte, ließen die Elfen die Köpfe hängen. Dieses Remis fühlte sich nach 45 Minuten in Front, Vier-Tore-Halbzeitführung (20:16) und später wieder erkämpftem Vorsprung bis ins dramatische Finale an wie eine Niederlage.

Es brauchte etwas, bis sich bei all der Niedergeschlagenheit und Selbstkritik ob einiger leichter Fehler (durch die Hände geglittene Bälle, vergebene Chancen, Fehlpässe und ein kurioser Ballverlust Sekunden vor Schluss) sowie Hadern mit dem Schicksal (ein Pfostentreffer in der entscheidenden Phase) sowie manch wunderlicher Entscheidung der Referees (wie etwa die Provokationen und Theatralik von Friederike Gubernatis gleich zweimal mit einem Offensivfoul gegen Bayers Angreiferinnen belohnten) auch ein wenig Stolz einstellte. Dass die Elfen einem noch ungeschlagenen Top-Team über weite Strecken so den Schneid abkauften und der BSV am Ende glücklich sein muss über eine Punkteteilung, war so angesichts des holprigen Saisonstarts sicherlich nicht zu erwarten. Die Partie darf auch als klares Signal an die Konkurrenz gewertet werden, dass es verfrüht wäre, die Leverkusenerinnen bereits abzuschreiben. Sowohl in der Offensive, wo der BSV insbesondere Kim Naidzinavicius (11 Tore) und Jennifer Rode (neun Tore) nicht in den Griff bekamen, als auch in der Verteidigung lief eine Menge schon deutlich runder als noch beim Heimspiel zuvor gegen Koblenz/Weibern.

Dass die Laune der Elfen dann doch rasch wieder besser wurde, hatte auch mit den aufmunternden Worten von Trainerin Renate Wolf zu tun. Die ließ zwar die Fehler und Unkonzentriertheiten nach dem Seitenwechsel nicht unerwähnt, fand aber auch Lob und Anerkennung für die Moral, die ihre Mannschaft nach dem erstmaligen Rückstand (24:25) gezeigt hatte. "So, wie die zweite Hälfte gelaufen ist, hätten wir das Spiel auch verlieren können. Deshalb habe ich dem Team auch ganz klar gesagt, dass dies ein gewonnener Punkt war", betonte die Chef-Elfe.

Weiter geht es für Bayer am Samstag mit dem Auswärtsspiel in Göppingen. Dann wollen sie erstmals in dieser Spielzeit auch in fremder Halle siegen - möglichst ohne Zitterpartie bis in die Schlussphase. Elfen Salamakha (bis 49.), Hagel (ab 49.) - Latakaite-Willig, Seidel, Müller (2), Heldmann (2), Logvin, Karolius (5), Naidzinavicius (11/2), Jochin (2), Loest (nicht eingesetzt), Rode (9).

(RP)