Handball : Elfen enttäuschen auf ganzer Linie

Der Traum vom DHB-Pokalsieg war für Bayers Handballerinnen schon im Halbfinale ausgeträumt. Dabei hatten sie in der Runde der letzten Vier beim Endturnier in Leipzig den vermeintlich leichtesten Gegner: die HSG Blomberg. Entsprechend deprimiert waren die Elfen nach dem 26:27 (14:14). "Das war nicht unser Tag. Das ist so bitter", ärgerte sich Spielführerin "Dees" Comans. Der Betrachtung schloss sich Abteilungsleiter Andreas Thiel an. Ihn wurmte vor allem der Ausfall im Kollektiv: "Mit Ausnahme von Marlene Zapf haben alle Leistungsträgerin mehr oder weniger versagt." Dem Druck des Gewinnen-Müssens habe das Team zu keiner Zeit standgehalten. Die Niederlage sei nicht allein eine Sache der letzten drei Sekunden gewesen.

Die waren aus Leverkusener Sicht besonders schmerzhaft. Bei 26:26 lebte die Hoffnung, in einer Verlängerung der verkorksten Partie eine gute Wende zu geben. Doch dann sah Naiara Egozkue Extremado Rot für ein Foul an der überragenden Isabelle Jongelen (10 Tore), und Blombergs Angela Malestein verwandelte den fälligen Siebenmeter nach abgelaufener Spielzeit. "Ein absolut verdienter Sieg. Da gibt es keine Diskussion", gab Thiel als fairer Verlierer Blombergs Coach Andre Fuhr mit auf den Weg und wünschte ihm Erfolg fürs Finale gegen Leipzig - allerdings verlor die HSG mit 26:36 gegen Leipzig.

Dass die Fahrt nach Sachsen aus Leverkusener Sicht nicht völlig zum Reinfall wurde, dafür sorgte das Juniorteam. Der Elfen-Nachwuchs gewann wie voriges Jahr den Deutschen Meistertitel der weiblichen A-Jugend, der auch in Leipzig vergeben wurde. Nach einem 29:24 im Halbfinale gegen Buxtehuder SV (beste Spielerinnen: Ramona Ruthenbeck, Keeperin Vanessa Gerken und Kim Braun) bezwang das Team von Kerstin Reckenthäler im Endspiel die HSG Badenstedt mit 28:27.

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Während der Nachwuchs eine starke Saison krönte, haben es die großen Elfen verpasst, der Saison mit Licht und Schatten ein Happyend zu verpassen. In der Meisterrunde geht es für das Team und die scheidende Trainerin Heike Ahlgrimm nur noch darum, den dritten Platz zu verteidigen. Am Sonntag starten sie mit der Partie in Oldenburg in die Rückrunde der Endrunde. Wollen sie dort bestehen, wird im Vergleich zum Pokal-Halbfinale eine deutliche Leistungssteigerung nötig sein.

Elfen Hagel, Salamakha - Zapf (7), Seidel (3), Egozkue Extremado (6/3), Verschuren, Heldmann, Latakaite-Willig (2), Glankovicova, Naidzinavicius (6/2), Logvin, Jochin (1), Jörgens, Comans (1).

(kre)