Handball : Elfen bringen Ahlgrimm in Rage

Zu Endspielen im Kampf um Platz fünf hatte Heike Ahlgrimm die Partien in Frankfurt/Oder und gegen Göppingen erklärt. Umso unzufriedener war die Trainerin von Bayers Handballerinnen mit der ersten dieser beiden Partien. Beim FHC verloren die Elfen 27:32 (15:16) und büßten damit ihren Vorsprung auf den ärgsten Verfolger ein.

Vor 1000 Zuschauern in der Brandenburghalle war nur rund 13 Minuten lang zu sehen, weshalb die Leverkusenerinnen trotz durchwachsener Bilanz von manchem Experten inzwischen zumindest als Geheimtipp für die Ausscheidungsspiele um die Deutsche Meisterschaft gelten. 9:6 lagen die Gäste vorn. Was danach folgte, nahm Ahlgrimm zum Anlass, mit ihren Schützlingen hart ins Gericht zu gehen. "Das war 45 Minuten lang Arbeitsverweigerung", schimpfte sie.

Nun steht ihr hoch talentiertes Team, das erstmals wieder mit Jung-Nationalspielerin Kim Naidzinavicius antreten konnte, nicht im Verdacht, tatsächlich nicht zu wollen. Umso unerklärlicher sind – bei allem Verständnis für Leistungsschwankungen – die kollektiven Aussetzer, die sich die Elfen schon mehrfach in dieser Spielzeit geleistet haben. "Wir haben uns von Frankfurt den Schneid abkaufen lassen", kritisierte Ahlgrimm.

Offensiv sei ihr Team gedanklich stets zu langsam gewesen. Und auch vier verworfene Siebenmeter kamen auf die Mängelliste. In der Verteidigung fiel die Bilanz kaum besser aus. Mangelnde Aggressivität machte die Trainerin als Hauptgrund dafür aus, warum auch Umstellungen keine Besserung brachten. Viel Zeit zum Verarbeiten bleibt nicht. Am Wochenende kommt der Fünfte Göppingen in die Smidt-Arena – zum zweiten "Endspiel" um Platz fünf. Elfen Hagel, Salamakha – Zapf (2), Egger, Egozkue Extremado (1), Latakaite-Willig (2), Glankovicova (6/1), Adams, Hilster (6), Naidzinavicius (3), Steinbach (2/2), Seidel, Jörgens, Comans (5), Loncar.

(kre)