Basketball : Eggleston hält Giants-Sieg fest

Nicht wenigen der gut 700 Zuschauer in der Smidt-Arena blieb fast das Herz stehen: Schon seit Minuten folgten sie dem Spiel stehend, zum Sitzen fehlte ihnen längst die Ruhe.

Zudem war mit Springen auf der Stelle die Spannung — ein Zähler Vorsprung für die Giants, nur noch 14 Sekunden auf der Uhr — zumindest etwas besser zu ertragen. Ihr Team musste die Kugel nur diese paar Sekunden in den Reihen halten, um den Sieg gegen die Licher Baskets zu sichern: Einwurf von der Mittellinie auf Matthias Goddek, und der Routnier "schaffte" es tatsächlich, den Ball herzuschenken. Der Ball landete umgehend bei Jermale Jones, Lichs Topscorer an diesem Nachmittag — doch er verzieht, und Leverkusens Jack Eggleston krallt sich den Rebound, seinen insgesamt 15. — dann war Schluss.

Pure Erleichterung herrschte von der Trainerbank bis unters Hallendach. "Da ist mir schon die Luft weggeblieben. Aber ich wusste auch irgendwie, dass die Jungs es packen würden", kommentierte Kuczmann die letzten Sekunden der Partie. Sein Team holt durch das 79:78 (40:37) gegen die Hessen zwei wichtige Zähler. Nicht nur im Kampf um die PlayOffs, sondern nach den jüngsten beiden Pleiten auch für die eigene Psyche. "Jetzt können wir alle ganz entspannt Weihnachten feiern, mit einem weiteren Negativerlebnis wäre der Druck beim ersten Spiel im neuen Jahr ungleich höher gewesen", bemerkte Kuczmann.

Wie so oft schrieb die letzte Partie im alten Jahr noch einmal ihre ganz eigenen Geschichten, zum Beispiel die des Josh Parker. Bayers Star-Spieler wurde erstmals auch in der Rundsporthalle von seiner Freundin unterstützt, die in der französischen Liga auf Korbjagd geht. Offenbar war dies ein zusätzlicher Ansporn, denn die Nummer 23 hielt nicht nur scheinbar mühelos die kompletten 40 Minuten auf dem Parkett durch, sondern schoss die Gäste aus Hessen mit satten 44 Zählern fast alleine ab. "Einfach nur überragend", so lautete das Arbeitszeugnis seiner Trainers.

Ebenso bemerkenswert war das Starting-Five-Debüt des 19-jährigen Florian Wendeler, der kurzfristig für den erkrankten Götz Twiehoff einsprang und seine Aufgabe bestens löste. "Er hat seine Sache super gemacht. Dass er souverän agieren würde, war fast nicht zu erwarten", lobte Kuczmann den Center. Nicht weniger zufrieden war der Coach indes mit dem gesamten Team. "Der erfolgreiche Start in die Rückrunde war extrem wichtig. Wir sind jetzt mitten im Geschäft im Kampf um die PlayOff-Plätze. Mit dem Selbstvertrauen, das uns der Sieg heute geben sollte, kann das auch noch lange so bleiben", sagte Kuczmann.

Giants: Raß (9), Goddek (4), Legankovas (2), Kuczmann (3), Wendeler (4), Brüggemann (2), Parker (44), Eggleston (11).

(sl)
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