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Aus Den Vereinen: Duo vertritt TSV Bayer 04 bei Universiade

Aus Den Vereinen : Duo vertritt TSV Bayer 04 bei Universiade

Fechterin Alexandra Ndolo und Beachvolleyballerin Isabel Schneider starten beim Großereignis im russischen Kasan.

Bei Altsprachlern und Sporthistorikern erntet jeder einen bösen, zumindest leicht mitleidigen Blick, der beim größen Sportereignis der Welt salopp von der "Olympiade" spricht, weil dies streng genommen nicht das Ereignis selbst, sondern den Zeitraum zwischen zwei Olympischen Spielen bezeichnet.

Die Hochschulsportler aller Länder nehmen die Begrifflichkeiten lockerer und treffen sich so seit 1959 zu ihren Weltsportspielen, der "Universiade". Vom 6. bis 17. Juli steigt die 27. Sommer-Universiade mit 11 000 Athleten aus 170 Ländern im russischen Kasan. In Beachvolleyballerin Isabel Schneider und Degenfechterin Alexandra Ndolo stehen auch zwei Sportlerinnen des TSV Bayer 04 im 200-köpfigen deutschen Team.

"Ich habe mit Sportlern gesprochen, die auch den Vergleich zu Olympia haben, und die haben gesagt, die Universiade komme als Sportereignis direkt dahinter", sagt Ndolo. Die Vorfreude steht der 26-Jährigen an diesem Morgen in der Herbert-Grünewald-Halle ins Gesicht geschrieben. Die Fünfte der aktuellen Deutschen Rangliste und frischgebackene Neunte der Deutschen Meisterschaften Anfang des Monats geht in Kasan als eine von drei Deutschen im Einzel (ab 7. Juli) und im Team (ab 10. Juli) an den Start. "Die Universiade passt super in den Wettkampfkalender, sonst hätte ich aber auch Platz geschaffen", sagt die Tochter eines Kenianers und einer Polin schmunzelnd.

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Die Sportsoldatin ist seit 2012 beim TSV Bayer 04 und studiert Internationales Management in Ansbach. Dass sich im Leverkusener Fechten fast alles auf Britta Heidemann konzentriert, stört Ndolo nicht. "Ich trainiere viel mit Britta Ich sehe mich nicht in der Konkurrenz, ich bin eine andere Generation", sagt sie. In Kasan freut sie sich neben den eigenen Wettkämpfen auch darauf, bei anderen Sportarten vorbeizuschauen. Das Fernziel ist parallel mit Rio 2016 klar umrissen. "Wer Leistungssport macht in einer olympischen Sportart und nicht sagt, er möchte zu den olympischen Spielen, der hat da was falsch verstanden", sagt sie.

Isabel Schneider (21) steht neben ihr und nickt zustimmend. Auch sie träumt von Olympia 2012 und dem dortigen Beachvolleyballturnier. Mit dem Gewinn der U23-WM katapultierte sie sich zuletzt gehörig nach vorn. "Es geht Schritt für Schritt für uns, um uns zu etablieren", sagt Schneider, "für Theresa [Mersmann, Schneiders Partnerin, Anm. d. Red.] und mich kam es auch eher überraschend, dass wir zur Universiade fahren durften." Dort wollen sie erst einmal die Gruppenphase überstehen und vor allem guten Beachvolleyball spielen. "Andere Sportler in der Mensa zu treffen, sich zu unterhalten, das wird auch einen großen Reiz ausmachen", sagt die BWL-Studentin der Uni Köln.

Noch ist Schneider auch Bestandteil der Hallenvolleyballerinnen des TSV Bayer 04. Wie lange noch, ist aber ungewiss. "Ich denke, dass es irgendwann schon darauf hinaus laufen wird, dass ich mich für Beachvolleyball entscheiden werde", sagt sie. Eine erfolgreiche Universiade könnte die Entscheidungsfindung womöglich beschleunigen.

Als dritter Leverkusener steht Ruderer Heiner Schwartz (Deutsche Sporthochschule Köln, Doppelzweier ohne Steuermann) vom RTHC im deutschen Team.

(RP/rl)