Handball : Wöstmann ist vom LTV überzeugt

Bis es Linksaußen Dorian Wöstmann zu den Leichlingern geschafft hatte, war es ein steiniger Weg. Jetzt freut sich der 21-Jährige von der HSG Krefeld auf die Saison in der 3. Handball-Liga und lobt den eingeschlagenen Weg, zum Familiären beim LTV zurückkehren zu wollen.

Dorian Wöstmanns Weg zum Leichlinger TV war einer mit Hindernissen. Eigentlich stand schon im März fest, dass der Linksaußen künftig beim Handball-Drittligisten in der Blütenstadt spielen wird. Nur wenige Wochen später stellte die frühere Leichlinger Trägergesellschaft jedoch einen Insolvenzantrag – und Wöstmann stand inmitten der Corona-Krise plötzlich ohne Verein da. „Das habe ich damals aus der Presse erfahren“, berichtet er über diese zweifellos turbulenten Wochen.

Heute, vier Monate später, trägt der 21-Jährige dennoch das LTV-Trikot. Nach dem ersten Schock war der Kontakt zu Trainer Lars Hepp nie abgerissen. „Wir waren immer offen zueinander“, betont Wöstmann. Er machte gegenüber Hepp daher kein Geheimnis daraus, dass er sich auch mit anderen Drittligisten in offenen Gesprächen über einen Wechsel befand. „Ich hatte aber immer Bock auf Leichlingen“, sagt er. Und als schließlich ein tragfähiges Konzept für eine Drittliga-Zukunft an der Wupper stand, zählte Wöstmann zu den ersten LTV-Zugängen.

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Es ist ein spezieller Doppelwechsel, wenn man so will. Und einer, der sich für beide Seiten lohnen soll. Wöstmann weist in seinem jungen Alter bereits Zweitliga-Erfahrung auf: Mit der HSG Krefeld hatte er in der vergangenen Saison als Aufsteiger zwar weniger Erfolg im deutschen Unterhaus, „wir wollten nicht so abgeschlachtet werden“, sagt er. Die Zeit bei den chancenlosen Eagles, die Wöstmann gerne auch in der 3. Liga behalten hätten, bezeichnet der Rechtshänder dennoch als „lehrreich“ und „cool“. Nun soll im neu aufgebauten Leichlinger Team der nächste Schritt erfolgen. Vor allem erhofft sich Wöstmann dabei mehr Spielzeit.

Neben der sportlichen Perspektive war auch die kürzere Anfahrt nach Leichlingen ausschlaggebend. Der gelernte Industriekaufmann wohnt in Solingen Aufderhöhe, zum Training in der Halle am Hammer benötigt er nur knapp zehn Minuten. Vor wenigen Jahren stand ein Wechsel zum LTV zumindest schon einmal im Raum, damals absolvierte Wöstmann noch unter Ex-Trainer-Manager Frank Lorenzet ein Probetraining in Leichlingen, das ihm aber weniger zusagte. Die neue Konstellation überzeugte ihn nun: „Man will zum Familiären zurück, wieder mehr das Gefühl von Leichlingen reinbringen“, sagt er. „Das gefällt mir.“

Auf seiner Position wird sich Wöstmann dem Konkurrenzkampf mit Timo Blum stellen, den er bereits aus Zeiten in der A-Jugend-Bundesliga mit dem Bergischen HC kennt. Wöstmann kommt seine Athletik und Geschwindigkeit zugute: „Davon lebe ich“, sagt er.

Seit Montag vergangener Woche bereitet er sich als einer von sechs Zugängen mit den Leichlingern auf die am 3./4. Oktober beginnende Saison vor. Die Personalplanungen sind fast abgeschlossen, der LTV fahndet noch nach einem Linkshänder für den derzeit 15-köpfigen Kader. Dieser sei für den Klassenerhalt stark genug, davon ist Wöstmann überzeugt: „Wir wollen eine möglichst gute Saison spielen. Von uns erwartet keiner was. Die Leute sagen, das ist der LTV, der mit einem Rumpfkader eh abgeschossen wird. Das spornt uns aber umso mehr an“, verspricht er.