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Leichtathletik: Dilla kämpft gegen seinen Oberschenkel

Leichtathletik : Dilla kämpft gegen seinen Oberschenkel

Der Stabhochspringer des TSV Bayer 04 hofft, bis zu den Deutschen Meisterschaften eine Zerrung kuriert zu haben.

Zwischen Karsten Dilla und einer Nominierung für die Hallen-EM Anfang März in Göteborg stehen dieser Tage drei Hindernisse: sein Oberschenkel, die Deutschen Meisterschaften am Wochenende in Dortmund und seine Staatsangehörigkeit. Dabei hatte im Januar alles richtig gut begonnen. Auf der heimischen Anlage in Manfort überquerte der Neuzugang unter den Stabhochspringern im TSV Bayer 04 gleich mal die geforderte EM-Norm von 5,65 Metern — wohlwissend, dass dies kein Ruhekissen sein würde. "Das war mir klar, dass das nicht reichen wird", sagte Dilla. Bis zur Deutschen Meisterschaft standen aber noch die Meetings in Cottbus, Karlsruhe, Düsseldorf, Gent (Belgien) und Potsdam in seinem Terminkalender. Sprünge und Zeit genug also, noch ein paar nötige Zentimeter draufzupacken. Allein daraus wurde nichts.

In Cottbus sprang der 23-Jährige zwar noch einmal 5,60 Meter, fühlte sich nach eigenem Bekunden auch gut, doch bereits drei Tage später in Karlsruhe ließ ihn eine Erkältung ohne gültige Höhe abreisen. Und dann war da ja noch der Oberschenkel, der herumzickte. "Ich habe mir bei den Nordrhein-Meisterschaften eine Zerrung im linken Oberschenkel zugezogen. Nichts großes. Normalerweise ist die bei mir innerhalb einer Woche vorbei, aber jetzt ist sie schon zweimal wieder aufgebrochen. Das ist natürlich ärgerlich", sagt Dilla, der aus diesem Grund für Düsseldorf, Gent und Potsdam absagen musste und sich peu à peu im Training wieder heranarbeitet.

In dieser Zwangspause musste der Ex-Dormagener mitansehen, wie die Konkurrenz vorbeizog — am Wochenende auch Teamkollege Hendrik Gruber mit neuer Hallenbestleistung von 5,73 Metern. "Das freut mich natürlich für ihn, aber andererseits ist er natürlich auch ein Konkurrent. Er will zur Europameisterschaft, ich auch", sagt der Sportsoldat. Stabhochspringen ist halt nur bis zu einem gewissen Grad Mannschaftssport. "Im Training kann man Teamplayer sein, aber im Wettkampf würde ich keinem den Vortritt lassen. Das würden die anderen auch nicht machen", erläutert Dilla.

Das Ziel Göteborg hat er noch nicht aufgegeben, allein, er ist beim Blick auf die nationale Konkurrenz auch realistisch. "Wir sind aktuell sechs Deutsche unter den besten zehn in der Halle in Europa. Das ist natürlich schlecht für uns, weil wir uns bei Meisterschaften gegenseitig die Startplätze wegnehmen", sagt Dilla. Er belegt momentan Platz zehn. Überflieger Björn Otto, der nach Rang zwei bei Olympia auch in der Hallensaison von Erfolg zu Erfolg eilt, sieht Dilla gerade nur aus der Ferne. "Ich denke, Björn hat im Moment grenzenloses Selbstvertrauen. Aber er ist eben auch gesund durch die bisherige Saison gekommen. Das fehlt mir halt."

In den Tagen bis Dortmund will Dilla viele Steigerungsläufe absolvieren und auf jeden Fall noch einmal springen. Wohl am Donnerstag. Und dann fährt er hin in die an beiden Tagen ausverkaufte Helmut-Körnig-Halle — und weiß selbst nicht so recht, was passieren wird. "Wenn ich einen guten Wettkampf springe und gesund rauskomme, wäre ich zufrieden. Schlimm fände ich es, nach Dortmund zu fahren, wieder etwas im Oberschenkel zu merken und den Wettkampf abbrechen zu müssen", sagt er. Doch Dilla ist Optimist. Und er will zeigen, was er kann. Mit fittem Oberschenkel.

(RP/rl)