Basketball: Die Union macht das Meisterstück

Basketball: Die Union macht das Meisterstück

Drei Minuten und 35 Sekunden zeigte die Uhr an der Anzeigetafel noch, als die Saison für die Basketball-Damen von Union Opladen praktisch wieder ganz von vorne anfing. Kathleen Snodgrass hatte gerade mit zwei Dreiern auf spektakuläre Weise zum 54:54 für den Osnabrücker SC ausgeglichen. Die mitgereisten Panthers-Fans gewannen in der mit 650 Zuschauern fast ausverkauften Heisenberg-Halle plötzlich die Oberhand, und Opladen kam im finalen Duell um den Aufstieg in die erste Liga gewaltig ins Straucheln. Der Kapitän mit fünf Fouls längst auf der Bank, beide Aufbauspielerinnen mit vier kurz vor dem Abgang, dazu gerade einen Acht-Punkte Vorsprung verspielt – doch der Favorit blieb nicht nur stehen, er schlug bravourös zurück und vom letzten Opladener Sturmlauf erholten sich die lange ebenbürtigen Gäste nicht mehr.

Durch den 68:59 (33:34)-Sieg verteidigte die Union ihren Erfolg aus dem Vorjahr und darf weiter von der Bundesliga träumen. "Diesmal waren wir voll da, als es darauf ankam. Ich bin einfach nur wahnsinnig stolz auf diese Mannschaft", jubelte Markus Pohle. Der Meistertrainer wirkte gleichermaßen glücklich wie geschafft. Die vorherigen 40 Minuten glichen einmal mehr einer emotionalen Achterbahnfahrt. Immer wenn sein Team den OSC vermeintlich im Griff hatte, gelang Minuten lang wieder gar nichts. Doch als die Partie in jener 37. Minute zu kippen drohte, hielt die Union dem Druck stand. "Wir wollten unseren Fans eben was bieten", kommentierte Kapitän Mareike Nettersheim mit einem Zwinkern, "entscheidend war, dass wir uns, als es ganz eng wurde, als Team dagegen gestellt haben."

Am Ende war es Jana Meyer, die den Gästen mit zwei eiskalt verwandelten Freiwürfen 17 Sekunden vor der Sirene den Knockout versetzte. "Ich hab' nicht nachgedacht und einfach beide Bälle versenkt", erklärte sie, bevor sie sich auf den Schultern ihrer Mitspielerinnen stehend das Netz vom Meisterkorb abschnitt. Trotz der Niederlage am Freitag bestanden für die 17-Jährige nie Zweifel am Gelingen des Unternehmens Aufstieg. "Ich wusste einfach, dass wir gewinnen", beschrieb Meyer ihr Bauchgefühl, "wenn's drauf ankommt, sind wir als Team da." Auch die Jüngste in der Truppe war von Beginn an vom Erfolg ihrer Mannschaft überzeugt. "Der Trainer hat uns unglaublich motiviert. Ich habe immer gefühlt, dass wir dieses Spiel gewinnen", meinte Danina Skrobek. "Heute wird gefeiert bis zum Umfallen", kündigte Pohle nach einigen Sektduschen im blauen Meistershirt an.

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Union: Meyer (13 Punkte/7 Rebounds), Block (12/1), Prudent (7/8), Idelberger (0/1), Kröger (14/7), Thimm (10/6), Skrobek (2/2), Stark (6/1), Nettersheim (4/7). OSC: Prakaj (11/2), Vatthauer (2/0), Schwarz (0/1), Snodgrass (17/8), Schweiger (8/2), Bühren (0/0), Höötmann (8/7), Mende (0/0), Clark (13/14), Arndt (0/0).

(RP)
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