Basketball: Die Giants erfüllen sich den Traum vom Titel

Basketball : Die Giants erfüllen sich den Traum vom Titel

Das 70:76 (43:29) im Rückspiel in Schwelm reicht Leverkusens Basketballern, um die Meisterschaft in der ProB zu gewinnen.

Irgendwann, nachdem jeder Spieler das 40 Zentimeter hohe, fünf Kilogramm schwere Kunstwerk aus Silber, gekrönt von einem goldenen Ball, in der Sporthalle West in Schwelm stolz in die Höhe gestemmt hatte, fiel den Riesen vom Rhein auf, dass sich die Trophäe für den Meister der ProB zwecks weiterer Feierlichkeiten gar nicht mit köstlichen Kaltgetränken füllen lässt. Doch dank der vorausschauenden Partyplanung des Leverkusener Betreuerstabes blieb diese Erkenntnis ohne ernste Konsequenzen. Dass die Riesen wenige Minuten zuvor gegen die Schwelmer Baskets eigentlich mit 70:76 (43:29) verloren hatten, interessierte nur die Statistiker, denn in Addition von Hin- und Rückspiel stand es am Ende nach 80 Minuten 160:159 für das Team von Achim Kuczmann und Stephan Ruers, das sich somit durch das denkbar knappste Resultat die ProB-Meisterschaft sicherte.

"Das ist ein fantastischer Abschluss. Wir haben es tatsächlich geschafft und unseren Traum wahr gemacht", sagte Kuczmann hinterher — händeringend suchend nach den passenden Superlativen für dieses letzte Spiel und letztlich für die gesamte Saison. Wie schon in der Schlussphase des Hinspiels schien den Giants auch diesmal daran gelegen, das eigene Nervenkostüm bis zum Maximum zu strapazieren. Nach glänzendem ersten Viertel, dem vor allem Marc Rass und Jack Eggleston ihren Stempel aufdrückten, führte Bayer zur Halbzeit insgesamt mit 21 Punkten, brauchte nach der Pause aber nur zehn Minuten (12:28), um den Vorrundensieger des Nordens wieder ins Spiel zu bringen. "Wir haben es schon noch einmal unnötig spannend gemacht, aber dafür sind wir dieses Jahr ja schon ein bisschen bekannt", kommentierte Kuczmann diese Phase mit einem Schmunzeln.

Im letzten Viertel wurde es dann wieder — wie so oft in dieser Spielzeit bei Partien mit Giants-Beteiligung — eine Nervenschlacht, in der schließlich auch der bis dahin eher unglückliche Josh Parker mit zehn Zählern zumindest punktemäßig aufwachte. Dennoch war dieses zweite Finale nicht das Spiel des 23-jährigen US-Boys, der zwei Tage zuvor von der Liga zum wertvollsten Spieler der Saison ausgezeichnet worden war. Kuczmann sagte im Nachgang: "Zum Schluss war es nur noch purer Kampf. Die Schiedsrichter haben fast alles durchgehen lassen. Da kam es nur noch darauf an, sich irgendwie durchzusetzen. Und den größeren Willen dazu hatten am Ende wir."

Getragen wurde dieser Wille nicht zuletzt durch die Unterstützung der rund 130 Leverkusener Fans, die ihrerseits das Duell auf den Rängen gegen 600 Schwelmer ausgeglichen gestalteten. "Dieser Support das ganze Jahr über war einfach sagenhaft. Die Halle war hinterher ja fest in unserer Hand", sagte Kuczmann und bedankte sich auch im Namen des Teams bei den Anhängern. Der Schlusssirene folgte der Platzsturm der Fans und das Feiern mit ihren Helden bis tief in die Nacht — auch ohne feiertauglichen Pokal.

Bayer Giants Rass (16), Legankovas (2), Kuczmann (8), Wendeler (2), Twiehoff (11), Parker (14), Eggleston (17), Goddek.

(sl)